Wirtschaft : Dresdner und Hypo-Vereinsbank unterstützen Kirch

cbu/hjk/hps/rob/HB

Die Rettung der Kirch-Gruppe steht bevor. Die Dresdner Bank und die Hypo-Vereinsbank (HVB) unterstützen den hoch verschuldeten Medienkonzern. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, werden die Banken das 40-prozentige Kirch-Aktienpaket am Axel-Springer-Verlag übernehmen.

Allerdings will keines der beiden Kreditinstitute derzeit ein verbindliches Angebot vorlegen, ohne die Situation bei Springer genau zu kennen. Morgen legt Europas größter Zeitungskonzern ("Bild", "Welt") seine Jahresbilanz vor. Erstmals in seiner Geschichte wird Springer rote Zahlen präsentieren. Durch ihre Allianz haben die beiden Geldhäuser die Pläne der Deutschen Bank zunichte gemacht, die Kirch-Gruppe Gewinn bringend aufzuteilen. Mit den Einnahmen aus dem Springer-Paket kann Kirch seinen ungeliebten Kreditgeber Deutsche Bank loswerden und bekommt zudem liquide Mittel. In den vergangenen Wochen hatte Vorstandschef Rolf-E. Breuer versucht, den Medienkonzern "runterzureden".

Die Gespräche zwischen Kirch und den Banken laufen heute weiter. Aus Verhandlungskreisen war zu erfahren, dass Kirch für sein Springer-Paket deutlich mehr als 1,1 Milliarden Euro fordert. An der Börse sind die Anteile nur rund 800 Millionen Euro wert. HVB und Dresdner Bank betrachten den Erwerb der Springer-Anteile als ein reines Konsortialgeschäft. Das Paket soll nach zwölf bis 18 Monaten verkauft werden. In Diskussion ist eine breite Streuung der Aktien. Ein Teil der Anteile erwirbt möglicherweise Mehrheitsgesellschafterin Friede Springer.

Bankenkreise halten es für möglich, dass die für diesen Juni geplante Fusion von Pro Sieben Sat 1 Media und Kirch Media verschoben oder platzen wird. Leo Kirch sei angesichts der unübersichtlichen Lage zu diesem Schritt bereit, ist zu hören. Damit stünde auch sein bisheriger Vize und designierter Nachfolger, Dieter Hahn, zur Disposition. Der 41-Jährige drängt schon lange auf die Fusion, um später über eine Kapitalerhöhung frisches Geld zu erhalten. Die Kirch-Gruppe plant, den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank AG, Rolf-E. Breuer, auf Schadensersatz zu verklagen. Dabei gehe Kirch von einer Schadenssumme von mindestens 800 Millionen Euro aus, schreibt das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe. Wie Bankenkreise berichteten, sieht sich der Medienkonzern durch Breuer geschädigt.

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