Drogerie-Markt : Im Dreikampf verliert die Nummer eins

Die Konkurrenten, dm und Rossmann haben sich besser entwickelt, als Schlecker. Ein scharfer Wettbewerb allein erklärt das nicht.

Berlin - Der deutsche Drogeriemarkt war zuletzt vor allem vom Dreikampf zwischen Schlecker, Rossmann und dm bestimmt. Schlecker war dabei lange der Platzhirsch. Anton Schlecker hatte das Unternehmen 1975 im württembergischen Ehingen gegründet und baute es zur größten Drogeriemarktkette Deutschlands aus. 2010 rückten die Schlecker- Kinder Lars und Meike mit an die Spitze des Unternehmens.

Sie starteten eine Modernisierungskampagne. Die Läden sollen heller und größer werden, Farbleitsysteme die Produktpalette übersichtlicher machen, das Sortiment soll sich stärker den Bedürfnissen der Kunden in der Umgebung anpassen. Wo es zum Beispiel viele Kinder gibt, bekommen Kunden eine größere Auswahl an Windeln. In den modernisierten Filialen habe der Umsatz zwischen acht und 30 Prozent angezogen, heißt es bei Schlecker.

Kennzeichnend für die Branche ist der harte Preiskampf und der Konzentrationsprozess. Einige Anbieter wie Kaisers Drugstore oder Idea mussten schon aufgeben. Der Chef der dm-Gruppe, Erich Harsch, beschrieb die Lage unlängst so: „Entscheidend ist der Mix aus neuen Produkten, kompetenter Beratung und guten Preisen.“ Hinzukommt: Während Schlecker vergleichsweise kleine und abgelegene Filialen betreibt, haben sich Rossmann und dm auf gute Lagen in innerstädtischen Bereichen konzentriert.

Auch das Image der Anbieter ist extrem unterschiedlich. Nach diversen Skandalen schlägt sich Schlecker bis heute mit dem Image des Ausbeuters herum, auch wenn Gewerkschafter sagen, Schlecker habe sich fundamental geändert. Dagegen gilt das 1973 vom Anthroposophen Götz Werner gegründete Unternehmen dm als vorbildlich im Umgang mit Mitarbeitern. dm-Chef Harsch wurde 2011 für sein Engagement mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

dm und Rossmann, 1972 von Dirk Roßmann gegründet, rücken immer näher an Schlecker heran. Derzeit ist dm mit gut sechs Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2011 die Nummer zwei im Markt, gefolgt von Rossmann mit einem Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro. Harsch ist überzeugt, dass der deutsche Markt trotz des starken Wettbewerbs noch Möglichkeiten bietet: Lediglich 40 Prozent der Drogerie-Artikel würden in Fachmärkten umgesetzt, die größere Menge verkaufe weiterhin der übrige Einzelhandel – „ein Riesenpotenzial“.Tsp/dpa

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