Drogeriemarkt online : Einkaufen bei Anna

Ein Berliner Onlineshop will den etablierten Drogeriemarktketten Konkurrenz machen

Severine Weber
Virtueller Einkaufswagen. Die Geschäftsfüher von AllesAnna.de Fabian-Carlos Guhl (r.) und Nikolas Krawinkel wollen ihr Sortiment auf 45 000 Artikel ausweiten. Foto: Paul Zinken
Virtueller Einkaufswagen. Die Geschäftsfüher von AllesAnna.de Fabian-Carlos Guhl (r.) und Nikolas Krawinkel wollen ihr Sortiment...Foto: Paul Zinken

Berlin - Die etablierten Drogeriemärkte wie dm, Rossmann oder Schlecker bekommen Konkurrenz aus dem Internet. AllesAnna.de heißt eine neue Onlinedrogerie, die in Berlin gesteuert wird und seit Mitte Oktober am Start ist. Statt durch volle Geschäfte zu spazieren, füllen Kunden dort bequem mit einem Mausklick einen virtuellen Einkaufskorb mit Drogerieartikeln wie Shampoo, Rasierwasser oder Babynahrung. Die Versandkosten liegen bei 3,50 Euro, ab 45 Euro ist die Zustellung umsonst. Wer mit seinen Produkten nicht zufrieden ist, kann sie innerhalb von 100 Tagen wieder zurückschicken.

Neu ist die Idee nicht. In den USA etwa etablierten sich Onlinedrogerien wie soap.com oder drugstore.com, und auch die deutsche Drogeriemarktkette Rossmann stieg bereits 1999 in den Onlinehandel ein. Mit einem Sortiment von 10 000 Pflege-, Haushalts- oder Bioartikeln nennt sich AllesAnna.de aber Deutschlands größte Onlinedrogerie. Und sie will noch weiter wachsen.

„Innerhalb der nächsten Monate wollen wir unser Sortiment auf über 45 000 Produkte erweitern“, sagt Fabian-Carlos Guhl, neben Nikolas Krawinkel und Anton Kerler einer der drei Geschäftsführer. Dabei will das im Mai gegründete Berliner Start-up seine Produktpalette vor allem mit Nischenartikeln aus dem Ausland aufstocken, die hierzulande schwer oder gar nicht erhältlich sind.

Damit das junge Unternehmen expandieren und seinen Service verbessern kann, hat jetzt auch StudiVZ-Macher Michael Brehm in die Firma investiert. Seit Anfang November unterstützen auch On-Vista-Gründer Stephan Schubert sowie zwei Privatinvestoren die Onlinedrogerie. Die finanziellen Mittel wolle man auch nutzen, um mehr Personal einzustellen, erklärt Guhl. Bislang beschäftigt die Firma rund 30 Mitarbeiter.

Mit gutem und schnellem Service versuchen die drei Geschäftsführer sich neben den deutschen Drogeriemarktketten zu etablieren. Als Onlineshop sieht sich AllesAnna.de im Vorteil gegenüber klassischen Drogerien. „Oft haben die Mitarbeiter in den Märkten weder Zeit noch Kompetenzen, die Kunden zu beraten“, sagt Guhl. Mit umfangreichen Artikelbeschreibungen könne man sich bei AllesAnna.de über die einzelnen Produkte, aber auch über neue Trends informieren. Ein weiterer Vorteil, den die Betreiber des Portals im Internetkauf sehen: „Viele Kunden trauen sich nicht, nach peinlichen Produkten zu fragen oder sie in der Öffentlichkeit nach Hause zu tragen“, meint Guhl – zum Beispiel Toilettenpapier oder Kondome.

„Wir wollen mehr als ein Onlineshop sein“, sagt auch Krawinkel. „Wir wollen direkt mit den Kunden kommunizieren, sie beraten, ihnen eine Plattform bieten.“ Zum Beispiel über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter oder beim Videoportal Youtube. Im eigenen Blog bekommen die Kunden zusätzliche Tipps, etwa wie sie Körper und Haare im Winter richtig pflegen können. Eine Idee mit Erfolg: Inzwischen zählt AllesAnna.de fast 1700 Fans auf Facebook – dreimal so viele wie noch vor einem Monat.

» Einkaufen bei AllesAnna auf Tagesspiegel.de

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