Wirtschaft : Drohende Streiks bei der Lufthansa: Kein Schadenersatz bei Warnstreiks

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Ob alle Urlauber ihr Feriendomizil zu Ostern rechtzeitig erreichen, wenn sie mit Lufthansa in die Ferne fliegen wollen, steht in den Sternen. Kurz vor den Feiertagen droht ein Streik der Lufthansa-Piloten. Anspruch auf Schadensersatz gibt es allerdings nur, wenn die Fluggesellschaft eine Flugabsage oder eine Verzögerung selber verschuldet, etwa durch logistische Probleme. Schadensersatz setzt grundsätzlich Schuldhaftigkeit voraus. Bei einem legalen Warnstreik ist das - wie übrigens auch bei schlechten Wetterverhältnissen - aber nicht der Fall. Warnstreiks, die nicht unverhältnismäßig sind, setzen kein Verschulden der Fluggesellschaft durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit voraus, stellt Reiserechtler Ernst Führich klar. Immerhin kann der Kunde, sofern er nicht befördert wird, sein Geld für das Ticket zurückfordern - und zwar ohne Abzug einer Bearbeitungsgebühr. Dieser Anspruch besteht nach Paragraf 323 BGB, unabhängig davon, ob die Tickets für nationale oder für internationale Routen gelten. Denn wer ein Flugticket kauft, schließt mit der Fluggesellschaft einen Beförderungsvertrag ab. Einen pauschalen Anspruch auf zusätzliche Leistungen gibt es aber nicht. Und mehr Geld gibt es übrigens auch bei schuldhaftem Verhalten der Airline nur, wenn der Kunde dem Unternehmen ein Verschulden nachweisen kann. Der Passagier ist beweispflichtig.

Bei den aktuellen Warnstreiks werde sich die Lufthansa im Interesse der Kundschaft weiter kulant zeigen, versichert Airline-Sprecher Thomas Jachnow. So garantiere man den Passagieren eine flexible, kostenfreie Umbuchungsmöglichkeit in allen Tarifklassen. Tickets für innerdeutsche Routen würden auch von der Bahn als gültige Fahrausweise akzeptiert. Und im Zweifel sorge man für Übernachtungsmöglichkeiten und Catering am Flugsteig. Zuletzt wurde Lufthansa 1996 von Warnstreiks getroffen. Damals verursachten die Ausfälle nach Firmenangaben 20 Millionen Mark Kosten. Bereits am Freitag wird die erste Oster-Reisewelle erwartet und das Passagieraufkommen um rund 20 Prozent steigen.

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