Wirtschaft : Druck auf Deutsche-Bank-Chef Ackermann wird größer

Der wegen schwerer Untreue angeklagte Manager weist Rücktrittsforderungen zurück – Eichel: „Er hat unser volles Vertrauen“

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Berlin / Dubai (pet/ro). Der DeutscheBank-Chef Josef Ackermann muss sein Amt während des Mannesmann-Prozesses möglicherweise ruhen lassen. Nach einem „Spiegel“-Bericht geht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BAfin) davon aus, dass das Landgericht Düsseldorf an mindestens zwei Wochentagen verhandeln wird und Ackermann deshalb sein Amt nicht mit der nötigen Sorgfalt ausüben könne. Letztlich entscheide das Bundesfinanzministerium, der das BAfin untersteht, ob Ackermann während des Prozesses im Amt bleibt.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) stellte sich hinter den Banker. „Herr Ackermann hat unser volles Vertrauen“, sagte Eichel am Sonnabend im Anschluss an das Treffen der Notenbankchefs und Finanzminister der G7 in Dubai. „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Ackermann bekräftigte in Dubai, nicht zurücktreten zu wollen. Juristen gehen dagegen davon aus, dass Ackermann keine andere Wahl bleibt, als sein Amt ruhen zu lassen. „Das Kreditwesengesetz schreibt vor, dass ein Bankvorstand persönlich zuverlässig sein muss“, sagte der Berliner Anwalt Mathias Jung dieser Zeitung.. „Daran bestehen nach der Anklage gegen Ackermann aber erhebliche Zweifel.“ In einem solchen Fall müsse das Aufsichtsamt BAfin ein Abberufungsverlangen gegen Ackermann stellen. „Das BAfin muss zwingend handeln, wenn es keinen Präzedenzfall schaffen will“, sagte Jung. Ackermann sei gut beraten, dem zuvorzukommen und sein Amt ruhen zu lassen.

Wegen umstrittener Millionenzahlungen im Zuge der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000 wirft die Staatsanwaltschaft Ackermann und weiteren fünf Beschuldigten schwere Untreue vor.

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