Wirtschaft : Druck durch weniger Forschungsmittel

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PHARMA

Wer krank ist, braucht Medikamente. Aber immer weniger davon kommen aus Deutschland. Der internationale Pharmamarkt wird von USUnternehmen dominiert, in den Top-Ten der Pharmaweltrangliste findet sich schon lange kein deutsches Unternehmen mehr. Die Konzerne geben zwar immer mehr Geld für Forschung aus, sind aber immer weniger erfolgreich. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe kontinuierlich gesunken. Die Hoffnung auf gentechnisch hergestellte Wirkstoffe hat sich nicht so schnell verwirklicht, wie erhofft.

Der Branchenverband VFA macht vor allem die Rahmenbedingungen für die Innovationsschwäche verantwortlich. Durch permanente staatliche Regulierungen, kritisiert der VFA, habe die Arzneimittelproduktion seit Anfang der 90er Jahre ihre Position als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte eingebüßt. In diesem Jahr wollen einer Verbandsumfrage zufolge mehr als 60 Prozent der Firmen ihre Forschungsaufwendungen in Deutschland reduzieren – wegen der Belastungen durch die Gesundheitsreform.

Branchenkenner haben andere Erklärungen für die Pharmaflaute. „Wir haben ein Managementproblem, kein Forschungsproblem“, sagt der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe, Verfasser des Arzneiverordnungsreports. Außerdem sei die Verzahnung von akademischer Forschung und Unternehmen in Deutschland lange nicht so eng wie in den USA. „Dadurch gibt es in den Unternehmen kaum Anregungen von außen.“ Der Druck der US-Universitäten, Drittmittel einzuwerben, schaffe eine große Motivation, auch anwendungsorientierte Ergebnisse vorzulegen. Verstärkt werde der Druck durch eine leistungsgerechte Bezahlung, die es an deutschen Unis nicht gebe. pet

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