Wirtschaft : Drucker bekommen drei Prozent mehr

Tarifeinigung für 180 000 Beschäftigte / Löhne steigen ab Juli

Frankfurt/Berlin - Deutschlands Drucker erhalten ab Juli mehr Geld. Die Löhne der knapp 180 000 Beschäftigten der Druckindustrie steigen um drei Prozent, ein Jahr später nochmals um 2,1 Prozent, wie die Gewerkschaft Verdi und der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) nach der Einigung in der Nacht zum Mittwoch mitteilten. Die zweite Lohnerhöhung gilt nur für neun Monate. Für die Monate April bis Juni, über die auch verhandelt wurde, müssen die Drucker eine Nullrunde hinnehmen.

Damit liegt das Lohnplus für alle 24 Monate, die der neue Tarifvertrag läuft, im Schnitt bei 3,4 Prozent. Ein Drucker, der 2000 Euro brutto verdient, erhält also im ersten Jahr monatlich 60 Euro mehr, ab Juli 2008 sogar 104 Euro mehr. Da er von April bis Juni keine Lohnerhöhung bekommt, verdient er bis zum Ende des Tarifvertrags im Juni 2009 im Schnitt 68 Euro brutto mehr. Die Verhandlungspartner trafen sich bei der Lohnerhöhung damit etwa in der Mitte ihrer bisherigen Forderungen.

Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke erklärte, die Tarifeinigung sei „insgesamt respektabel“. Auch die Arbeitgeberseite wertete den Abschluss als Erfolg und erklärte, die Verhandlungen seien in „wirtschaftlich vertretbare Bahnen gelenkt worden“. Die zweijährige Laufzeit gebe den Unternehmen der Branche nun „ausreichende Planungssicherheit“, erklärte der BVDM. Dafür hätten die Arbeitgeber auf die zuvor geforderten Einmalzahlungen verzichten müssen.

Den Verhandlungen waren dreiwöchige Warnstreiks vorausgegangen. Einige Zeitungen hatten in der Folge mit dünneren Ausgaben als gewohnt erscheinen müssen. Die knapp 180 000 Mitarbeiter der Druckindustrie arbeiten in mehr als zehntausend Betrieben. Mehr als 70 Prozent von ihnen arbeiten in Kleinbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern. Der größte Umsatz wird in der Branche mit rund fünf Milliarden Euro mit dem Druck von Werbung und Katalogen gemacht. Rund vier Milliarden Euro werden mit dem Druck von Zeitschriften und Zeitungen umgesetzt, mit dem Buchdruck etwa eine weitere Milliarde Euro. AFP

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