Wirtschaft : Drucker wollen weiter streiken

Tarifverhandlungen abgebrochen

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Frankfurt (Main) (ddp). Die fünfte Runde der Tarifverhandlungen für die 220 000 Beschäftigten der deutschen Druckindustrie ist ohne Ergebnis beendet worden. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich nicht auf einen Kompromiss einigen, teilten Sprecher beider Seiten am frühen Samstagmorgen nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen in Frankfurt (Main) mit. Ein neuer Verhandlungstermin ist nicht vereinbart worden. Begleitet wurden die Tarifgespräche von Warnstreiks in zahlreichen Betrieben, die auch in der Nacht zum Samstag andauerten. Davon war auch der Tagesspiegel betroffen.

Die Gewerkschaft sei „sehr enttäuscht“, weil sie den Unternehmern mehrfach entgegengekommen sei, sagte VerdiVerhandlungsführer Frank Werneke. Sie sei bereit gewesen, auf die besondere Situation der Druck-Industrie einzugehen und auch einen Abschluss über 24 Monate zu vereinbaren. Die Arbeitgeber hätten sich aber „nicht wirklich bewegt“. Am 18. Juni werde die Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten. Verdi richte sich auf eine „langanhaltende Tarifrunde mit überraschenden Streiks“ ein.

Auch der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Pütz, sprach nach der Tarifrunde von Enttäuschung. Verdi sei nicht kompromissbereit gewesen. Das Angebot, die Löhne zum 1. Juni um 1,4 Prozent und zum 1. Mai 2004 nochmals um 1,4 Prozent zu erhöhen, sei angesichts der wirtschaftlichen Lage der Betriebe schwer gefallen. „Trotzdem wollten wir den Beschäftigten signalisieren, dass wir bereit sind, ihnen die Inflationsrate auszugleichen“, sagte Pütz.

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