Wirtschaft : Druckerei soll zurück zum Bund Verhandlungen über Rückkauf von Anteilen

Berlin - Der Wiedereinstieg des Staates bei der Bundesdruckerei wird wahrscheinlicher. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über einen Rückkauf von Anteilen an dem ehemals staatlichen Unternehmen. Ein Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bestätigte entsprechende Gespräche. Sie seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, wie es aus Regierungskreisen hieß.

Den Wiedereinstieg des Bundes hatte vor allem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorangetrieben, der aus Sicherheitsgründen eine Minderheitsbeteiligung des Bundes anstrebt. Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hatte bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit dem Tagesspiegel einen Rückkauf von Anteilen gefordert.

Konkret geht es um eine Staatsbeteiligung von mindestens 25 Prozent an der Bundesdruckerei, die zur Authentos- Gruppe gehört und Banknoten, Ausweise, Chipkarten, digitale Signaturen sowie Sicherheitshologramme produziert. Die Mehrheit der Anteile solle an den einzigen deutschen Konkurrenten der Bundesdruckerei, das Münchner Unternehmen Giesecke & Devrient (G&D), gehen. G&D hatte mehrfach Interesse an der Bundesdruckerei geäußert. Aus Schäubles Sicht ist das Münchner Familienunternehmen ein idealer Partner für die Herstellung sensibler Sicherheitsprodukte.

Erst im Jahr 2000 hatte die rot-grüne Bundesregierung das ehemalige Staatsunternehmen privatisiert und an den britischen Finanzinvestor Apax verkauft. 2002 hatte die Authentos-Gruppe die damals kurz vor der Insolvenz stehende Bundesdruckerei übernommen. saf (HB)

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