Wirtschaft : Druckindustrie eröffnet Gespräche - Chemie-Tarifpartner kurz vor dem Abschluss

Bei den Tarifverhandlungen der westdeutschen Chemieindustrie haben sich die Parteien am Dienstag in der Frage der Altersteilzeit angenähert. Bei Redaktionsschluss liefen die Verhandlungen noch. Die vierte Runde der Metalltarifverhandlungen im Südwesten ist dagegen ergebnislos auf den kommenden Freitag vertagt worden.

Wie ein Sprecher der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) in Bad Wildungen sagte, wird eine Verlängerung der Altersteilzeit für die 580 000 Beschäftigten von derzeit fünf auf sechs Jahre angestrebt. Dies bedeute, dass die Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis vom 55. bis 61. Lebensjahr Altersteilzeit in Anspruch nehmen könnten.

Eine Annäherung habe es auch bei der betrieblichen Altersvorsorge gegeben. Der derzeitige jährliche Zuschuss von 936 Mark könnte auf 1200 Mark erhöht werden. Letztendlich hingen die genauen Zahlen vom Gesamtpaket des Tarifvertrages ab. Über die Anhebung der Löhne und Gehälter wurde den Angaben zufolge bis zum Nachmittag nicht gesprochen. "Ich bin optimistisch, dass wir zu einer Lösung kommen werden," sagte Jürgen Maaß, Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie. Auch Maaß bezeichnete einen Teilausgleich bei der Altersteilzeit für denkbar.

Im Südwesten Deutschlands gingen die Verhandlungspartner der Metalltarifgespräche für die knapp 830 000 Beschäftigten ohne Ergebnis auseinander und vertagten die Gespräche auf den kommenden Freitag. Es gab nach Angaben von IG Metall und Arbeitgebern in Ludwigsburg keine Fortschritte bei den Fragen der Zugangsberechtigung, der Finanzierung und des Zugangsalters für einen vorgezogenen Renteneinstieg. "Spätestens nächste Woche wird die Dynamik der Tarifrunde eine andere sein, als sie bis dato am Verhandlungstisch war", sagte IG- Metallbezirksleiter Berthold Huber. Die Friedenspflicht endet am 28. März. Für den 29. März hat die IG Metall bereits Warnstreiks angekündigt.

Die Tarifrunde für die rund 200 000 Beschäftigten der Druckindustrie ist am Dienstag in München eröffnet worden. Zum Auftakt der Gespräche kritisierte der Bundesverband Druck die Forderung der IG Medien, die für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert. Die Gewerkschaft gehe damit auf Konfrontationskurs und verabschiede sich vom Bündnis für Arbeit, sagte ein Vertreter der Arbeitgeber.

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