Wirtschaft : Druckindustrie sieht Ende der Durststrecke

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Frankfurt (Main) (dpa). Die deutsche Druckindustrie rechnet mit einem baldigen Ende ihrer zweijährigen Talfahrt. Diese Durststrecke mit Umsatz- und Ertragseinbußen sowie Personalkürzungen dürfte bereits zum Jahresende von einer leichten Belebung abgelöst werden, berichtete der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) am Donnerstag in Frankfurt. Dabei setzt der Branchenverband darauf, dass die Kunden zurückgestellte Werbe- und Katalogaufträge nun freigeben. „Spätestens im ersten Quartal 2003 schlägt das Pendel zurück“, prognostizierte bvdm- Präsident Alexander Schorsch.

Die erhoffte Belebung wird aber das Gesamtjahr 2002 nicht retten. Per Saldo stellt sich der Wirtschaftszweig auf einen Umsatzrückgang von etwa zwei Prozent ein. Bereits 2001 musste die Branche Einbußen von 2,8 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro verkraften. „Zur schwierigsten Phase seit den 50er Jahren“ habe insbesondere die Werbeflaute beigetragen. Zwei Drittel des Branchenumsatzes entfallen auf die Produktion von Werbeträgern und Werbemitteln wie Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Plakate, Geschäftsberichte und Werbedrucke.

Für 2003 erwartet Schorsch in Verbindung mit einer allgemeinen Konjunkturerholung wieder spürbar zunehmende Werbeausgaben. „Man kann auch an Magersucht sterben“, monierte der bvdm-Präsident das Werbeverhalten der Wirtschaft in der Flaute. Längerfristig ist die Verbandsspitze jedoch zuversichtlich, dass der Druckindustrie trotz Internet und veränderter Medienlandschaft eine „größere und umfassendere Bedeutung zukommen wird“.

Bis zum erwarteten Aufschwung muss der Industriezweig mit 1900 Betrieben, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen, allerdings noch hohe Hürden nehmen. Bereits 2001 hat es 349 Insolvenzen gegeben. Die Zunahme von 18 Prozent werde auch im laufenden Jahr wieder erreicht, fürchtet bvdm-Chefvolkswirt Dieter Ullmann. Nach dem bereits im vergangenen Jahr die Belegschaften leicht reduziert wurden, dürfte die Zahl der Beschäftigten bis Ende 2002 noch einmal um rund 6000 auf weniger als 129 000 Arbeitnehmer zurückgehen.

Die einzig positive Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf zeigte das Auslandsgeschäft. Nach einer Delle 2001 hat sich seit Janaur der Export wieder leicht belebt, berichtete Schorsch. „Dies hat bei den wenigen im Export tätigen Firmen für einen gewissen Ausgleich der Verluste im Inlandsgeschäft gesorgt.“ Neben den deutschsprachigen Ländern und einigen Nachbarstaaten entwickele sich zunehmend der mittel- und osteuropäische Raum zu einer lukrativen Region.

Große Medienfirmen steigern Umsatz

Nach einer Studie des Fachmagazins „Horizont“ konnten die 100 größten Medienunternehmen 2001 ein Umsatzplus von knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Demnach stieg der Umsatz der so genannten Top-100 der Branche auf insgesamt 60,6 Milliarden Euro. Die zehn größten deutschen Medienunternehmen setzten 2001 mit 37,3 Milliarden Euro sogar rund zehn Prozent mehr um als 2000. Zumindest in der Gesamtbilanz hätten die größten deutschen Medienunternehmen 2001 besser überstanden, als es die Krisenmeldungen der letzten Monate vermuten ließen, schlußfolgert die Fachzeitschrift.

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