Wirtschaft : Drücken und Drehen, Ziehen und Quetschen

Wie Sie ein Qualitätssofa günstig einkaufen

Corinna Visser

Wer sich heute ein Handy oder ein Auto kaufen will, findet leicht Rat. Viele Zeitschriften und das Internet bieten umfangreiche Preis- und Qualitätsvergleiche. Bei Möbeln ist das schwieriger. Einrichtungstipps gibt es viele, doch meist fehlt dem Verbraucher der Überblick, wo er die gewünschte Schrankwand oder das Lieblingssofa besonders günstig bekommt. Hier ist die Eigeninitiative des Käufers gefragt. „Die beim Möbelkauf fehlende Transparenz bei Preis und Qualität nutzen die Händler zu ihrem Vorteil aus“, sagt Möbelexperte Heinz Günther. Er betreibt im Internet die Seite www.moebel-tipps.de und ist Autor des Ratgebers „Clever Möbel kaufen“. Wer sich als Kunde gut vorbereitet, sagt der Experte, kann im Möbelhaus durchaus ein Schnäppchen machen.

Am Anfang steht die Entscheidung, welches Sofa-Modell es sein soll. Drei einfache Tipps gibt Günther für die Qualitätsprüfung: Zunächst die Knieprobe: Das Knie in die Sitzfläche drücken. Dabei darauf achten, ob die Federkern-Polsterung gut abgedeckt ist und sich die entstandene Kuhle schnell wieder zurückbildet. Dann das Möbel umdrehen und prüfen, ob der Spannstoff an der Unterseite sorgfältig befestigt ist. Zum Schluss testen, ob die Nähte gleichmäßig fest sind. Dazu links und rechts der Naht die Daumen anlegen und die Naht auseinander ziehen.

Große Preisunterschiede

Wenn die Wahl getroffen ist, gilt es den Hersteller herauszufinden. Das ist meist schwieriger als gedacht, denn diese Information geben viele Möbelhäuser nur ungern preis. Möbelexperte Günther rät: „Lassen Sie sich die Stoffkollektion für die Bezüge zeigen, da steht oft der Name des Herstellers.“ Ein weiterer Trick: „Drehen Sie das Möbelstück um, hier findet sich häufig ein Hinweis auf den Hersteller.“ Ist der Name des Herstellers ermittelt, lassen sich dort die Händler erfragen, die das Möbel im Sortiment haben. Dort können dann die Angebote eingeholt werden. „Bei Möbeln gibt es große Preisunterschiede“, sagt Günther. „Bei einer Garnitur für 3000 Euro können das schon einmal 500 Euro nach oben und nach unten sein.“ Dann kommt der letzte Schritt: Beim ausgewählten Händler in konkrete Preisverhandlungen einsteigen. Gerade bei mittelständischen Betrieben, sagt Günther, lässt sich beim Preis oft noch etwas machen.

Kleine Macken

Exklusive und hochwertige Designer-Möbel – meist aus italienischen Kollektionen – zu günstigen Preisen bietet zum Beispiel „who´s perfect“. Verkauft werden Ausstellungsstücke, Messeware und Sonderserien. Allerdings: Die Möbel haben eine „Macke“. Manchmal sind das kleine Fehler – wie etwa Kratzer. Dafür sind die Stücke deutlich billiger als die fabrikneue Ware in den Einrichtungshäusern. „Manchmal besteht die Macke aber einfach nur darin, dass es sich bei den Möbeln um Prototypen handelt, die nie in Serie gegangen sind“, sagt Marketingleiter Kurt Zweckberger. Who´s-perfect-Läden gibt es in München, Stuttgart, Hamburg und Berlin ( www.whos-perfect.de ).

Gelegenheiten für Schnäppchensucher in Sachen Sofas bietet auch das Internetauktionshaus ebay ( www.ebay.de ). Wer unter der Rubrik „Designersessel& -sofa“ sucht, findet dort aktuell mehr als 300 Angebote. Dabei versteigern bei Ebay längst nicht mehr nur Privatleute gebrauchte Einrichtungsgegenstände. Immer mehr professionelle Anbieter wie Möbel- und Antiquitätenhändler sowie Hersteller nutzen die Plattform als zusätzlichen Vertriebsweg. Vom neuen Designersofa bis zur antiken Chesterfield-Couch reicht die Auswahl.

0 Kommentare

Neuester Kommentar