DSGV-Präsident : "Verursacher der Krise muss man treffen"

Heinrich Haasis (65) ist Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), der die 438 deutschen Sparkassen vertritt. Mit dem Tagesspiegel sprach er über Griechenland.

Foto: dpa

Werden sich die Sparkassen am Rettungspaket für Griechenland beteiligen?

Es sind die gefragt, die Griechenland bei kreativer Buchführung und unkonventionellen Kreditaufnahmen geholfen haben. Und solche, die durch Spekulationen gegen die Kreditwürdigkeit Griechenlands Geld verdienen wollen. Zu beiden Gruppen gehören die Sparkassen nicht.

Sind denn auch Sparkassen von der Griechenland-Krise betroffen?

Man kann keinem Kreditinstitut Vorwürfe machen, das Staatsanleihen von Euro-Staaten kauft. Das ist an sich eine sichere und von den Euro-Staaten selbst gewünschte Finanzierungsform. Natürlich haben auch einzelne Institute unserer Gruppe dort Engagements.

Was halten Sie von einem Rettungsbeitrag der Gläubiger für Griechenland?

Ich halte es für grundfalsch, mit dem Finger auf Gläubiger zu zeigen. Wir alle wollen, dass Anleger ihr Geld in den Euroraum bringen . Wollen wir diese tatsächlich mit Gewalt vertreiben, indem wir ihnen signalisieren, dass ihr Geld in diesem Währungsraum nicht sicher ist? So etwas könnte schnell zu einem Rückzug von Anlegern aus anderen Euro-Ländern führen. Etwas ganz anderes gilt bei denjenigen, die mit Spekulationen die Krise verschärfen. Da würde ich es sehr begrüßen, wenn man sie heranziehen könnte. Man muss die Verursacher der Krise treffen.

Das Gespräch führte Peter Köhler (Handelsblatt).

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