DSL-Anbieter : Monatelanges Warten auf den Anschluss

In wenigen Mausklicks unkompliziert zum schnellen Internetanschluss DSL - das verspricht die Werbung der DSL-Anbieter. Das klappt in der Praxis längst nicht immer.

Mainz/Köln - Immer wieder kommt es zu Wartezeiten beim Anschluss-Auftrag und technischen Problemen. Experten raten entnervten Kunden, sich nicht hinhalten zu lassen.

Monatelanges Warten auf den zugesagten DSL-Anschluss ist nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kein Einzelfall. Müssen Nutzer zu lange auf den beantragten DSL-Anschluss warten, steht ihnen ein Rücktrittsrecht zu, erklärt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Zuvor sollte per Einschreiben mit Rückschreiben eine Frist gesetzt werden. Hält der Anbieter sie nicht ein, kann der Kunde vom nicht erfüllten Vertrag zurücktreten, so die Telekommunikationsexpertin.

Allerdings muss der DSL-Provider eine weitere Chance erhalten. Habe er ursprünglich zugesagt, den Anschluss innerhalb von vier Wochen freizuschalten, sei eine nochmalige Frist von 14 Tagen angemessen, erklärt Barbara Steinhöfel. Dieses Rücktrittsrecht gelte auch, wenn nach dem Umzug der Anschluss nicht rechtzeitig oder nur eine viel geringere Bandbreite zur Verfügung steht.

Für schnelles Surfen und das Herunterladen großer Dateien ist der DSL-Standard inzwischen unentbehrlich geworden. Geräte und Software einzurichten und zu nutzen, ist selbst für Laien mittlerweile kein Problem mehr, wenn sie sich genau an die mitgelieferte Anleitung halten. Ein pünktlicher Anschluss ist aber mitunter Glückssache.

Gerade zu Stoßzeiten kommt es immer wieder zu Auftragsstaus bei Neuanschlüssen. Für Ärger sorgen auch DSL-Anschlüsse auf «Resale»-Basis. Seit Juli 2004 können Internetprovider, die über kein eigenes Netz verfügen, die DSL-Anschlüsse des Ex-Monopolisten Deutsche Telekom unter ihrem eigenen Namen vermarkten.

Kunden beschert der DSL-Wiederverkauf im besten Fall günstige Gesamtpakete der Provider, erläutert Andreas Gerdau, Sprecher des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) in Köln. Internetzugang und DSL-Anschluss kommen dann aus der Sicht des Verbrauchers aus einer Hand. Die Technik bleibt aber die Gleiche, da der DSL-Anschluss im Prinzip weiter von der Telekom-Festnetzsparte T-Com geliefert wird.

«Durch die Resale-Variante wird DSL für Kunden komplizierter», sagt dagegen Internetexperte Urs Mansmann von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't». Bei den Anschluss-Aufträgen sind mehrere Stellen eingebunden. «Bei dieser stillen Post kann einiges schief gehen.» Auch technische Probleme können Zeit und Nerven kosten. Treten Fehler beim DSL-Betrieb auf, ist der Ansprechpartner des Kunden nicht Anschlussbetreiber T-Com, sondern in jedem Fall der Provider. Er gibt die Fehlermeldung weiter.

«DSL-Anschlüsse auf Resale-Basis sind mit Vorsicht zu genießen», sagt «c't»-Redakteur Urs Mansmann. Er rät Verbrauchern aber nicht prinzipiell davon ab. Für Einsteiger könne sich diese Variante lohnen, weil viele Wiederverkäufer auch günstige Hardware wie Modems und Router dazugeben und häufig die DSL-Einrichtungsgebühr erlassen. (Von Berti Kolbow, dpa)

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