Wirtschaft : DSW-Präsident Oetker weist alle Vorwürfe zurück

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Der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Roland Oetker, hat den gegen ihn erhobenen Verdacht des Insiderhandels zurückgewiesen. In einer Presserklärung teilte Oetker am Montag mit, von den Übernahmegesprächen zwischen der Metallgesellschaft und der Gea AG habe er erst nach dem Kauf der Aktien erfahren. An den Gesprächen zur Übernahme der Gea "soll ein entfernter Verwandter von mir gleichen Namens als Mitarbeiter einer Investmentbank beteiligt gewesen sein", so Oetker weiter. "Dies habe ich erst jetzt aus den Angaben der Staatsanwaltschaft erfahren." Er sei von dem entfernten Verwandten zu keinem Zeitpunkt informiert worden.

Im zweiten Fall, der Übernahme der Verseidag durch die Gamma, habe er er sich bereits 1996/97 entschlossen, seine Beteiligung planmäßig weiter auszubauen. So habe er 1998 kontinuierlich weitere Aktien der Verseidag erworben. Die Gespräche mit der Gamma im Herbst 1998, deren Ausgang über lange Zeit ungewiß gewesen sei, hätten sich unabhängig vollzogen.

Der 52jährige Anwalt Roland Oetker wurde 1998 als Nachfolger von Otto Graf Lambsdorff Präsident der DSW. Die DSW ist mit rund 25 000 Mitgliedern nach eigenen Angaben der führende deutsche Verband für private Anleger. Die Schutzvereinigung ist außerdem Dachverband von 6000 deutschen Investmentclubs.

Für die DSW sitzt Oetker im Aufsichtsrat von VW und Degussa. Bei beiden Unternehmen steht in den kommenden Tagen die Neuwahl des Aufsichtrates an. Nach Informationen des Handelsblatts hat Oetker VW zugesagt, er werde sein Mandat im Fall einer Anklageerhebung niederlegen. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) kündigte jedoch bereits an, sie werde gegen die Berufung von Oetker in den VW-Aufsichtsrat stimmen.

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