Dünnes Finanzpolster : Größere Anschaffungen sind für Verbraucher oft nicht drin

Wer weniger als 980 Euro monatlich hat, gilt hierzulande als armutsgefährdet. Doch auch Besserverdiener haben offenbar häufig keine finanziellen Reserven.

Angebote wie die Tafeln werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. Foto: dpa
Angebote wie die Tafeln werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.Foto: dpa

Jeder Dritte in Deutschland kann sich unerwartet anfallende Ausgaben wie Reparaturen und größere Anschaffungen nicht leisten. Knapp 22 Prozent müssen aus finanziellen Gründen auf Urlaubsreisen verzichten, wie aus der am Dienstag durch das Statistische Bundesamt veröffentlichten EU-weiten Erhebung hervorgeht.

Im EU-Schnitt können sogar 40,2 Prozent unerwartet anfallende Ausgaben nicht mit eigenen Finanzmitteln bestreiten und 39,6 Prozent keine Urlaubsreisen unternehmen. Für 8,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland war es 2012 aus finanziellen Gründen nicht möglich, mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder einem vergleichbaren vegetarischen Essen einzunehmen (EU: 11,0).

Manch einem fehlt das Geld für eine vollwertige Mahlzeit

Fast drei Viertel der armutsgefährdeten Bevölkerung in Deutschland kann unerwartet auftretende Ausgaben finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen (EU: 71,7). 57,6 Prozent von ihnen konnte sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten (EU: 70,4). Knapp ein Viertel der Armutsgefährdeten musste aus finanziellen Gründen häufiger auf vollwertige Mahlzeiten verzichten (EU: 25,9 Prozent).

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2011 lag der Schwellenwert für eine allein lebende Person in Deutschland bei 980 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2058 Euro. (rtr)

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