Wirtschaft : Duisenberg mahnt zur Haushaltsdisziplin

BASEL (uwe).Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, hat am Freitag in Basel eine schärfere Haushaltsdisziplin der Teilnehmerländer an der Europäischen Währungsunion gefordert.Duisenberg, der gemeinsam mit dem Unternehmer Alfred Ritter, der Geschäftsführer der Ritter Schokoladenfabrik, Waldenbuch, am Freitag den diesjährigen Prognos-Preis erhielt, sagte, daß sich die Länder im Euroland in den 80er und 90er Jahren ohne Not ihres finanzpolitischen Spielraums beraubt hätten: "Die Haushaltskonsolidierung hätte angesichts des günstigen konjunkturellen Umfeldes größer sein müssen".Wer schon in guten Zeiten ein Defizit von drei Prozent und mehr verursache dürfe sich nicht wundern, wenn er in einer Rezession keine Handlungsfreiheit mehr habe.Nun sei klar, daß "die strenge Haushalsdisziplin auch dann beibehalten werden muß, wenn die Länder Europas in einen wirtschaftlichen Abschwung geraten".Duisenberg warnte davor, die Geldpolitik für ein Instrument zur Bewältigung von Krisen zu halten.Die Erfahrungen hätten gezeigt, daß die Länder Krisen am besten bewältigten, die strukturelle Reformen angepackt hätten.In diesen Ländern sei die Arbeitslosigkeit am stärksten gesunken.

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