Duncan O'Rourke, Kempinski AG : "In Abu Dhabi läuft es sehr gut"

Vorstandsmitglied der Kempinski AG, Duncan O'Rourke über die Wirtschaftskrise, Abu Dhabi und Preissenkungen.

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Duncan O'Rourke ist Vorstandsmitglied der Kempinski AG. Der Ire ist für das operative Geschäft der Luxushotelkette verantwortlich....Foto: Promo

Herr O’Rourke, die deutsche Wirtschaft ist durch die Krise besonders stark getroffen. Merken Sie das auch in Ihren deutschen Hotels wie dem „Adlon“?



Leider ja, unsere Häuser hier leiden. Die Buchungen sind in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozent zurückgegangen. Starke Einbrüche gab es vor allem in den ersten drei Monaten, weil die Geschäftsreisenden wegbleiben. Viele Unternehmen haben ihre Reisebudgets gestrichen.

Viele Ihrer Konkurrenten versuchen, mit Dumpingpreisen Kunden in die Hotels zu locken. Sie auch?

Die Hotels sind in einer ähnlich dramatischen Situation wie nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Es gibt teils aggressive Rabattschlachten. Aber wir geben grundsätzlich keine Preisdiscounts, mit Ausnahme von Geschäftskunden. Was wir aber anbieten, um die Belegung zu verbessern, sind spezielle Pakete wie Frühbucherrabatte oder Businesspakete.

Was spricht gegen Preissenkungen?

Die Krise trifft uns insgesamt weniger hart als viele Wettbewerber, weil wir in vielen Städten Marktführer sind. Darum können wir die Preise vorgeben. Außerdem arbeiten unsere Häuser immer noch profitabel. Und: Wenn man einmal einen Nachlass gibt, ist es später extrem schwierig, zu den alten Preisen zurückzukehren.Wenn ein Gast jetzt 150 Euro für ein Zimmer zahlt, wird er dafür sechs Monten später nicht wieder 200 Euro ausgeben. Das ist nicht zu vermitteln.

Viele Luxushotels sparen am Personal – und damit am Service. Sie auch?

Wir haben noch niemanden entlassen, im Gegenteil: Wir stellen sogar mehr Personal ein, weil wir an unserer Wachstumsstrategie festhalten und in den nächsten vier Jahren weltweit 53 neue Häuser eröffnen werden. Unter anderem sind zwei davon in Deutschland geplant. Es gibt immer noch Gegenden in der Welt, wo man Geld verdienen kann. In China und dem Nahen Osten sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung. Das Kempinski in Abu Dhabi liegt 22 Prozent über unseren Erwartungen. Dagegen ist Russland stärker getroffen, unser Umsatz ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um circa 20 Prozent gesunken.

Sehen Sie Anzeichen für ein Ende der Krise?

Einige Indikatoren in Deutschland und den USA deuten darauf hin, dass sich der Abschwung verlangsamt. Ich glaube auch, dass die Konjunkturpakete langsam wirken. Darum erwarte ich schon im vierten Quartal, dass es langsam wieder bergauf geht. Das dürfte uns wieder nah an das Niveau von 2008 heranbringen – und das war ein sehr gutes Jahr. Wir sind sehr optimistisch.

Das Gespräch führte Maren Peters.

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