Wirtschaft : Durchschnittliche Kosten von 226 Mark jährlich - mit steigender Tendenz

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Die jährlichen Abwasserkosten der Bürger sind 1998 im Bundesdurchschnitt um 0,5 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen die Vereinigung für Abwasser, Abfall und Gewässerschutz (ATV) und der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) in einer Umfrage, die sie am Dienstag in Berlin vorstellten. Von den befragten Abwasserentsorgern beteiligten sich rund 1200. Sie erfassen fast 46 Millionen Einwohner in Deutschland - ein Anteil von 56 Prozent der Bevölkerung.

Die Abwasserkosten pro Verbraucher lagen im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 226 Mark. Berlin liegt mit 230 Mark im Mittelfeld der Bundesländer. Hier sind die Preise für die Abwasserentsorgung nach Angaben von Ortwin Scholz, dem kaufmännischen Vorstand der Berliner Wasser-Betriebe, seit 1996 nicht gestiegen. Für zwei Drittel der Bevölkerung in der Bundesrepublik sind laut Umfrage die Kosten für das Abwasser im vergangenen Jahr stabil geblieben. 17 Prozent der Kunden mussten mehr zahlen, fast genau so viele zahlten weniger als 1997.

Da die beiden Verbände in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam nach den Abwasserkosten gefragt haben, gibt es für die Vorjahre nur getrennte Zahlen. Nach Angaben der ATV waren deren Kosten für die Abwasserentsorgung 1997 um 1,5 Prozent gestiegen. Bei der BGW lag diese Zahl bei 2,6 Prozent. Für den relativ geringen Anstieg der Abwasserkosten, in denen verbrauchsbedingte Kosten, Grundgebühren und einmalige Anschlussbeiträge enthalten sind, nannte ATV-Präsident Hermann Hahn mehrere Gründe. "Bei Investitionsvorhaben wird genauer hingeguckt, ob sie nötig sind und wie teuer sie sein dürfen", sagte er. Außerdem seien laut Hahn große Projekte, vor allem in den neuen Bundesländern, inzwischen abgeschlossen. Hinzu kämen Personaleinsparungen. Im kommenden Jahr werden nach Ansicht von Hahn die Abwasserkosten wieder stärker steigen, da die Abwasserbranche mit der vollen Ökosteuer belastet werde.

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