Wirtschaft : Durchwachsene Bilanz der Berliner Elektro

BERLIN (mhm/HB).Zwiespältig fällt die Bilanz des auslaufenden Geschäftsjahrs für die Berliner Elektro Holding (BEH) aus: Stand die erste Jahreshälfte unter dem Eindruck positiver Ergebniszahlen, Akquisitionen und steigender Aktienkurse, so überwogen in der zweiten Jahreshäfte Negativmeldungen.Angefangen mit dem Streit zwischen Großaktionär und Verwaltung über nachhaltige Kursverluste an der Börse bis zu jüngsten Meldungen über negative Prognosen wichtiger Töchter.Derzeit ist nicht klar, ob der für 1998 prognostizierte Konzernjahresüberschuß von 45 bis 50 Mill DM - nach acht Mill.DM 1997 - erreicht wird.

Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" ließ Vorstandschef Reinhold Heibel offen, ob die unter den Erwartungen liegenden Zahlen der beiden großen Töchter Schaltbau AG, München, und BE Semiconductor Industries N.V.(Besi), Zevenaar, das erwartete BEH-Ergebnis negativ beeinflussen werden.Die Aktionäre können für 1998 wohl mit einer unveränderten Ausschüttung von 0,90 DM (1 DM auf Vorzüge) auf das erhöhte Kapital rechnen, wobei zuletzt zusätzlich ein Bonus von je 0,10 DM/Aktie ausgeschüttet worden war.Für das erste Halbjahr hatte der BEH-Konzern bereits einen Vorsteuergewinn von 36 (Vorjahr 3) Mill.DM genannt.Der rapide Preisverfall in der Chiptechnologie führt aber vor allem bei der börsennotierten Tochter Besi zu immer weniger Bestellungen von Montagetechnik.Der jetzt angekündigte Abbau von 15 Prozent der rund 900köpfigen Belegschaft in den Niederlanden ist eine Folge.Negativ schlägt 1998 auch die Entwicklung bei der Schienfahrzeugbeteiligung Schaltbau AG, München, zu Buche.Das Unternehmen verantwortete zuletzt knapp die Hälfte des BEH-Gruppenumsatzes von 1,7 Mrd.DM.Schaltbau wird 1998 weniger als 800 (Vorjahr 835) Mill.DM Umsatz und nur ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren.Auf "Sonnenseite" wirtschafteten Heibel zufolge vor allem die im Sommer mit der Tochter Euromicron AG, Frankfurt, an den Neuen Markt gebrachten Elektrotechnik-Aktivitäten.Mit Akquisitionen, etwa in der Lichtwellenleitertechnik, soll die Position der Euromicron verstärkt werden.

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