Wirtschaft : Dussmann ebnet Weg für Generationswechsel

Abgang Wössners hat die Branche überrascht

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Berlin – Der größte deutsche Gebäudedienstleister, die Berliner DussmannGruppe, hat am Montag den Ausstieg des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Frank Wössner als ganz normalen Vorgang dargestellt. Der 64jährige Wössner hatte im Juli 2003 mit einem Fünfjahresvertrag den Vorstandsvorsitz übernommen, ist aber am Wochenende von seinem Posten zurückgetreten – dem Vernehmen nach auf eigenen Wunsch. Wössner sei nach der Verjüngung des Vorstandes „wie vorgesehen“ aus dem Unternehmen ausgeschieden, teilte Dussmann am Montag mit. Für eine Übergangszeit führe Peter Dussmann, Alleineigentümer und Vorsitzender des Aufsichtsrates, die Geschäfte.

In der Tat wurde der Vorstand binnen Jahresfrist mit Thomas Greiner (50), Dirk Brouwers (38), Frank D. Masuhr (42) und Wolfram Olschowy (46) deutlich verjüngt, das angestrebte Ziel also erreicht. Olschowy, der zum 1. Oktober in den Vorstand kam, soll zum Jahreswechsel Nachfolger von Michael Taddy (56) werden, der dann in den Aufsichtsrat wechselt und die Umwandlung des Unternehmens in eine Stiftung leiten wird. Dennoch kommt der Abgang Wössners für die Branche überraschend, zumal Peter Dussmann nun wieder ins aktive Geschäft zurückkehrt.

Der 67-jährige Firmengründer hatte in jüngster Zeit unterschiedliche Signale ausgesandt. Zum Amtsantritt von Wössner im Sommer 2003 hieß es zunächst, Dussmann wolle nach einem Herzinfarkt kürzer treten. Zuletzt hatte Dussmann aber immer wieder betont, er wolle „ein aktiver Aufsichtsrat“ sein.

Spekuliert wird deshalb nun darüber, dass die Chemie zwischen Wössner und Dussmann nicht mehr stimmte. Immerhin hatte Dussmann den Vorgänger von Wössner, Herbert Lütkestratkötter, nach nicht einmal vier Monaten wieder vom Vorstandssessel abberufen. Und immerhin heißt es diesmal, Wössners Abgang stehe nicht im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Dussmann-Gruppe.

Auf der anderen Seite war Wössners Vertrag von vornherein auf fünf Jahre begrenzt, Wössner suchte „eine Herausforderung für eine begrenzte Zeit“. Nun war die Zeit kürzer als gedacht. dr

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