Wirtschaft : Dussmann erzielt Rekordumsatz

Globaler Dienstleister aus Berlin setzt auf Wachstum

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Berlin - Mit dem „Heimpflegedienst für Junggesellen in Köln“ fing er 1963 an. Heute gehört Peter Dussmann ein weltweit agierendes Dienstleistungsunternehmen mit über 50 000 Mitarbeitern, das vom Kulturkaufhaus an der Friedrichstraße über Gebäudereinigung bis hin zu Seniorenresidenzen („Kursana“) ein breites Spektrum abdeckt. Seit 1994 ist das Unternehmen des 66-jährigen Schwaben nun schon in Berlin – und kann sich erneut über einen Umsatzrekord freuen.

Nach eigenen Angaben erzielte die Dussmann-Gruppe im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von 1,238 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 71 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie Dussmann am Mittwoch in Berlin sagte. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwarte er einen deutlichen Zuwachs der Kerngeschäftsfelder Gebäudemanagement und Seniorendienstleistungen. Über Gewinnzahlen wollte er sich nicht äußern. Konzernsprecherin Mehls ließ zudem offen, wann die im vergangenen Jahr angekündigte Umwandlung der Gruppe in eine Familienstiftung vollzogen werden solle. Dem Vernehmen nach will Dussmann, der eine Tochter hat, auf diesem Wege die Nachfolge des Unternehmens sicherstellen.

Unterdessen hält der Streit um einen Haustarifvertrag in der Potsdamer Servicegesellschaft Fridericus an. Dussmann hatte sich im Januar mit 49 Prozent an der Firma beteiligt, in der Schlossführer, Kassenkräfte und das Reinigungspersonal der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg arbeiten. „Wir lassen uns nicht mit Niedriglöhnen abspeisen“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Manfred Loos. Hintergrund ist der Streit über einen Haustarifvertrag, der den neu in der Servicegesellschaft eingestellten Mitarbeitern den gleichen Lohn sichert wie den aus der Stiftung übernommenen.

Ein solcher Vertrag sei bei den Verhandlungen im Vorjahr zugesagt und Bedingung für die Zustimmung zur Bildung von Fridericus gewesen. Nun werde er jedoch verweigert. „Fridericus will stattdessen neuen Mitarbeitern nur 4,20 Euro zahlen– Altmitarbeiter bekommen 12 Euro“, sagte Loos. Gegenüber dem Tagesspiegel schloss er Streikmaßnahmen nicht aus, sollte die Geschäftsführung kein „menschenwürdiges“ Angebot vorlegen. SB

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