Wirtschaft : Dussmann-Gruppe feuert Finanzvorstand

Berlin - Das Personalkarussell bei Dussmann dreht sich weiter. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Berliner Unternehmensgruppe bereits im Oktober 2007 ihren damaligen Finanzvorstand Wolfram Olschowy gefeuert. Das bestätigte Steffen Ritter, Sprecher des Dienstleistungsunternehmens, am Donnerstag dem Tagesspiegel. Als Grund für die Kündigung nannte der Sprecher eine interne Revision, die „etliche Vorfälle“ zutage gefördert und eine Entlassung unabwendbar gemacht habe. Details wollte er nicht nennen. Derzeit prüfe Dussmann jedoch eine Klage gegen den Ex-Vorstand.

Als Nachfolgerin Olschowys, der den Posten zwei Jahre lang besetzt hatte, wurde Christiane Jaap bestimmt. Jaap ist seit 14 Jahren im Konzern tätig und leitete dort zuletzt die Abteilung Rechnungswesen. Eine öffentliche Erklärung habe man im Oktober nicht herausgegeben, weil man der Personalie keine große Bedeutung beigemessen habe, erklärte Ritter. Berichte, nach denen der Alleineigentümer und Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, Peter Dussmann, Olschowy lange als Vorstandsvorsitzenden im Blick hatte, wollte Ritter nicht bestätigen. „Olschowy war nie zum Kronprinz bestellt.“ Einen Monat vor Olschowys Kündigung war Thomas Greiner, der dem Vorstand seit 2003 angehört, zum Vorsitzenden ernannt worden. Er ist damit der dritte Vorstandschef in vier Jahren.

Auch Gerüchte, wonach mehrere Mitarbeiter der Dussmann-Gruppe aus Sympathie mit Olschowy das Unternehmen nach dessen Kündigung verlassen hätten, wies Ritter zurück. „Fakt ist, dass in einem so großen Unternehmen wie Dussmann immer wieder Leute kündigen. Ein Zusammenhang mit dem Ausscheiden Olschowys besteht jedoch nicht.“ Die Dussmann-Gruppe beschäftigt weltweit mehr als 50 000 Mitarbeiter, rund 4000 davon in Berlin.mho

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