Wirtschaft : E-Bay und Alando gehen zusammen

BERLIN . Das weltweit größte Internet-Auktionshaus, die kalifornische E-Bay, übernimmt den deutschen Branchenführer Alando.de AG aus Berlin und steigt damit in den europäischen Markt ein. Die Übernahme des erst im März gestarteten deutschen Unternehmens erfolgt über Aktientausch. Damit sind die sechs Alando-Gründer jetzt auch Teilhaber der börsennotierten Wachstumsfirma E-Bay. Das teilten beide Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Nähere Angaben zum Kaufpreis und dem Anteil der Alando-Manager wurden nicht gemacht. Beide Unternehmen sind in dem stark wachsenden Markt für Online-Versteigerungen tätig und kommen zusammen auf über vier Millionen registrierte Nutzer.

E-Bay-Gründer und Firmenchef Pierre Omidyar will mit Alando den europäischen Markt erschließen. Der deutsche Internetmarkt sei der größte in Europa. Deutschland sei eine gute Basis, um weltweit zu expandieren. Das Geschäft werde sich in den verbleibenden Monaten des Jahres amortisieren, hieß es. Möglicherweise könnten einmalige Kosten der Übernahme im zweiten Quartal zu Buche schlagen. Alando-Mitgründer Alexander Samwer (24) sagte, die Übernahme durch E-Bay sei nicht der Abschluß der Firmengeschichte. Vom E-Bay-Erfolg könne man profitieren und deren Finanzkraft nutzen. Alando bleibe verantwortlich für den Markt in Deutschland und in Europa. E-Bay aus San Jose wurde 1995 gegründet und ging im September 1998 an die Börse. Das Unternehmen, dessen Wert an der Börse zwischenzeitlich auf 20 Mrd. DM gestiegen ist, organisiert Versteigerungen von Privat an Privat. Die Nutzer können per Internet bei Auktionen aktuell rund 2,2 Mill. Artikel kaufen. 1998 erhöhte E-Bay seinen Umsatz um über 700 Prozent auf 47,4 Mill. Dollar (88,6 Mill. DM) und machte einen Gewinn von 2,4 Mill. Dollar. Alando.de war erst im Februar von den Brüdern Alexander (24), Oliver (26) und Marc (28) Samwer und drei weiteren Anteilseignern sowie einer Risikokapitalbeteiligungsgesellschaft und Privatanlegern gegründet worden. Alando.de hat nach eigenen Angaben über 50 000 Nutzer, die bis jetzt rund 82 800 Artikel kaufen konnten. Auf die Frage, ob Deutschland nun sechs neue Millionäre hat, schwiegen die Macher. Das sei nicht wichtig.

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