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E-Bikes und Pedelecs: Nicht alle zählen als Fahrrad : Volltanken für zehn Cent, aber der Akku wird teuer

Ein Pedelec ist auch für Menschen interessant, die sonst nicht Fahrrad fahren würden. Doch vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf Regeln und Folgekosten.

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Das "Charger GT" von Blue Label, einer Marke des Herstellers Riese & Müller, schafft Tempo 45. Damit ist es ein S-Pedelec - und ein Exot unter den E-Bikes.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Kai-Uwe Heinrich
04.05.2015 20:00Das "Charger GT" von Blue Label, einer Marke des Herstellers Riese & Müller, schafft Tempo 45. Damit ist es ein S-Pedelec - und...

TYPFRAGEN

Gut 95 Prozent der E-Bikes sind Pedelecs (Pedal Electric Bikes), die den Fahrer bis 25 km/h unterstützen, wenn er selbst tritt. Sie haben inzwischen mehr als zehn Prozent Anteil auf dem Fahrradmarkt. Immer mehr Modelle haben eine Schiebehilfe, die das Rad per Knopfdruck auf maximal 6 km/h bringt.

Bei den schnellen S-Pedelecs unterstützt der Motor bis zu 45 km/h. Außerdem gibt es (wenige) E-Bikes mit „Gasgriff“, die aber eher Elektroroller sind. Während der Boom der Pedelecs mit Stadt- und Tourenrädern begann und anfangs vor allem auf Senioren zielte, sind nun auch Mountainbikes, Cross- und Liegeräder mit Motor zu bekommen. Der Akku ist in der Regel zum Laden herausnehmbar; seltener in den Rahmen integriert.

RECHTSFRAGEN

Die 25-km/h-Pedelecs sind juristisch Fahrräder, dürfen also von jedermann gefahren werden – auch ohne Helm und Nummernschild. Dagegen zählen die S-Pedelecs formal als Kleinkrafträder, was viele Folgen hat: Gelbe Seitenstrahler sind ebenso vorgeschrieben wie Rückspiegel, der Fahrer muss einen Mofa-Führerschein haben (ist im Auto-Führerschein enthalten) und einen Helm tragen (ein guter Fahrradhelm reicht). Das Fahrrad braucht ein Versicherungskennzeichen (ab circa 50 Euro im Jahr), Umbauten sind zulassungspflichtig, Kindertransport sowohl im Anhänger als auch per Kindersitz verboten. Wichtigste Einschränkung:

S-Pedelecs dürfen nur außerorts die Radwege benutzen, innerorts müssen sie immer auf die Fahrbahn.

ANTRIEBSFRAGEN

Mittelmotoren am Tretlager setzen sich zunehmend durch, weil ihre Position einen tiefen Schwerpunkt sichert. Ein Hinterradantrieb ist nur bedingt mit Schaltungen kombinierbar. Und ein angetriebenes Vorderrad kann auf losem Belag kurz durchdrehen.

PREISFRAGEN

Unter Experten gilt die Faustregel, dass man ab 2000 Euro garantiert keinen Murks mehr bekommt. Ein gutes Pedelec ist extra stabil gebaut und hat sehr gute Bremsen. Je nach Modell, Fahrstil und Topografie reicht eine Akkuladung etwa für 30 bis 120 Kilometer. Volltanken kostet rund zehn Cent. Ins Geld gehen die Akkus, die nach etwa 1000 Ladezyklen nachlassen und dann für 300 bis 800 Euro ersetzt werden müssen.

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