Wirtschaft : E-Plus: Das Unternehmen schließt Vertrag mit Group 3G

Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus und die noch nicht auf dem deutschen Markt aktive Group 3G haben ein Abkommen über die gemeinsame Nutzung des Mobilfunknetzes von E-Plus geschlossen. Zusammen mit einem ähnlichen Vertrag mit Mobilcom sichere dieser Schritt E-Plus Einnahmen in Höhe mehrerer Milliarden Euro, teilte E-Plus, der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter, am Sonntag in Düsseldorf mit. Der Vertrag habe eine Laufzeit bis 2012. Mit diesem Abkommen werde E-Plus seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich steigern, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Uwe Bergheim. Die Einnahmen wirkten sich auch positiv auf den hochverschuldeten niederländischen Mehrheitsgesellschafter KPN Mobile aus.

Die Group 3G ist ein Konsortium aus der spanischen Telefongesellschaft Telefónica und der finnischen Sonera. Sie hat im vergangenen Jahr eine Lizenz für den Betrieb eines Mobilfunknetzes der dritten Generation (UMTS) in Deutschland ersteigert. Group 3G hatte bereits angekündigt, Kooperationsabkommen mit bestehenden Netzbetreibern abschließen zu wollen. So sollen der Start ins deutsche Mobilfunkgeschäft und das als ehrgeizig geltende Ziel eines zweistelligen Marktanteils bis etwa zum Jahr 2010 erreicht werden.

In Branchenkreisen hieß es, die Rahmenbedingungen seien ähnlich wie bei dem am 20. April geschlossenen Abkommen mit Mobilcom. E-Plus wird Mobilcom und der Group 3G sein bestehendes GSM-Netz beim Start der dritten Mobilfunkgeneration UMTS zur Mitbenutzung durch deren Kunden zur Verfügung stellen und damit seine Netzauslastung erhöhen. E-Plus hatte zuletzt 7,3 Millionen Kunden und liegt damit deutlich hinter den beiden führenden D-Netzanbietern D1 T-Mobil und D2-Vodafone mit jeweils mehr als 21 Millionen Kunden.

Mobilcom und 3G hatten zwar im vergangenen Jahr jeweils eine Lizenz für den Betrieb eines UMTS-Mobilfunknetzes vom Jahr 2003 an erhalten, verfügen aber nicht über eine Lizenz zum Betrieb von GSM-Mobilfunk, der nach derzeitigen Planungen mindestens bis zum Jahr 2008 weiter bestehen und vor allem für Sprachtelefonie genutzt werden wird. Der parallele Betrieb von UMTS- und GSM-Mobilfunk ist notwendig, da das UMTS-Netz nur schrittweise ausgebaut werden wird. Wann eine flächendeckende UMTS-Versorgung in Deutschland erreicht werden wird, steht derzeit noch nicht fest.

Mit den abgeschlossenen Verträgen über die Mitbenutzung seines GSM-Mobilfunknetzes durch andere Mobilfunkbetreiber hat E-Plus seinen kleineren Konkurrenten Viag Interkom im Wettlauf um die beiden Mobilfunk-Neueinsteiger in Deutschland aus dem Feld geschlagen. Viag Interkom hatte offen seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Anbietern bekundet. Als Spätstarter auf dem deutschen Markt ist Viag Interkom am stärksten darauf angewiesen, seine Investitionen in den Netzaufbau durch eine gemeinsame Netznutzung zu refinanzieren. Das im Besitz von British Telecom befindliche Unternehmen hat selbst ein Mitbenutzungs-Abkommen mit T-Mobil.

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