Wirtschaft : E-Plus kündigt neue Tarife an - Konkurrenzdruck wächst - Umsatz steigt um 70 Prozent

Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt steht eine neue Runde im Preiskrieg bevor. Der drittgrößte deutsche Netzbetreiber, E-Plus, will auf der Computermesse CeBIT in zwei Wochen neue Tarife vorstellen. E-Plus-Geschäftsführer Klaus Thiemann sagte am Mittwoch in Düsseldorf: "Der Markt wird in den nächsten zwei Jahren verteilt". Für E-Plus sei dies das "Signal zum Angriff". Erst vor zwei Wochen hatte der Düsseldorfer Anbieter neue Billigtarife für das Wochenende und die so genannten City-Gespräche bekannt gegeben.

Der Manager sieht E-Plus auf dem richtigen Weg. 1999 sei das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte gewesen. Die Zahl der Kunden habe sich um 84 Prozent auf mehr als 3,8 Millionen erhöht. Von den drei großen Anbietern habe sich E-Plus am schnellsten entwickelt. Der Umsatz schnellte um 70 Prozent auf drei Milliarden Mark hoch. Auch die Wirtschaftlichkeit habe sich drastisch verbessert. Im kommenden Jahr will E-Plus die Gewinnschwelle überschreiten. Die Zahl der Beschäftigten soll in diesem Jahr um 900 auf 4 300 steigen.

Neben neuen Tarifen will der Mobilfunkanbieter auf der CeBIT als erster deutscher Anbieter mit E-Plus-Online auch einen eigenen Internet Service-Provider einführen, der sowohl über Handys als auch aus dem Festnetz erreichbar ist. Außerdem werde das Unternehmen neue Datendienste präsentieren, sagte Thiemann.

"Der Kampf um die Marktanteile im deutschen Mobilfunkgeschäft wird in diesem Jahr mit bislang ungekannter Schärfe und Härte ausgetragen werden", prognostizierte Thiemann. Der Anteil der Handybesitzer an der Bevölkerung werde in diesem Jahr von rund 30 Prozent auf 45 Prozent steigen und im nächsten Jahr bereits über 60 Prozent erreicht haben. "Wer auf diesem Markt nicht aggressiv wächst, wird in drei oder vier Jahren im wachsenden Verdrängungswettbewerb Probleme bekommen, sich zu behaupten", glaubt der Manager.

Mindestens drei Millionen Neukunden will E-Plus 2000 gewinnen. Zur Zeit telefonieren bundesweit rund vier Millionen Menschen mit dem Düsseldorfer Netzbetreiber. Um den Ansturm verkraften zu können, will er in diesem Jahr eine Milliarde Mark in den Netzausbau stecken.

Zusätzlichen Konkurrenzdruck erwartet Thiemann von der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone AirTouch. Er rechne damit, dass der große Konkurrent seine Netze zusammenschalten und Europa-Tarife anbieten werde. Die geballte Kraft des Mobilfunkriesen werde aber auch in anderen Bereichen spürbar werden.

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