Wirtschaft : E-Plus startet in den Multimedia-Mobilfunk

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Das Handy bekommt Farbe. Der Mobilfunkbetreiber E-Plus, will am 16. März einen neuen mobilen Datendienst auf den Markt bringen. Am Montag stellte E-Plus-Chef Uwe Bergheim in Düsseldorf die Technik mit dem Namen "i-mode" (siehe Lexikon ) vor, die in Japan bereits weit mehr als 30 Millionen Nutzer hat. Damit ist nach den Worten von Bergheim ein wichtiger Schritt auch im deutschen Markt getan, um den Verbrauchern einen ersten Eindruck von Multimedia-Diensten über das Handy zu ermöglichen. Bereits zum Jahresende will E-Plus, drittgrößter Mobilfunkanbieter auf dem deutschen Markt, mehrere hunderttausend Kunden für i-mode gewonnen haben.

Ein Stück UMTS-Feeling

Mit i-mode kann der Nutzer farbige Bilder und E-Mails verschicken, spezielle Internet-Angebote nutzen und Spiele auf das Handy laden. Allerdings wird es mit der heutigen Übertragungstechnik (GSM/GPRS) noch keine bewegten Bilder auf dem Handy geben. Erst der neue Übertragungsstandard UMTS, der derzeit von den Netzbetreibern aufgebaut wird und größere Datenmengen bewältigen kann, wird dies leisten können. "Die deutschen Verbraucher bekommen aber schon jetzt ein Stück UMTS-Feeling", sagte Bergheim. So werde es mit i-mode zum Beispiel möglich sein, Melodien auf das Handy - das jetzt Handset heißt - zu laden, in deutlich besserer Qualität als bisher.

Doch i-mode soll mehr als bloßer Zeitvertreib sein, sagte Bergheim: "31 Millionen Japaner überzeugen sie nicht mit Spielchen." E-Plus will seinen Kunden vor allem informative Dienste bieten, die den Alltag erleichtern sollen. "Das sind Grundbedürfnisse, die auf der ganzen Welt vorhanden sind", sagte Bergheim. Das Angebot sei speziell auf den heimischen Markt zugeschnitten. So konnten zum Start 60 Partnerunternehmen gewonnen werden, die mehr als 500 Seiten anbieten. Dabei sind unter anderem die Deutsche Bahn mit einer Fahrplan-Auskunft, der Automobilclub ADAC mit Verkehrsmeldungen, die Nachrichtenagentur Reuters und die Direktbank Comdirect mit Börseninformationen.

Da mit i-mode schon jetzt Technik eingesetzt werde, die später zum Standard für künftige Multimedia-Angebote werde, habe E-Plus hier "einen merklichen Zeitvorsprung gegenüber dem Wettbewerb". Zudem biete i-mode schon vieles, was bei anderen Anbietern erst mit dem Start der neuen UMTS-Mobilfunknetze möglich werde.

Nutzer brauchen ein neues Handy

Wer i-Mode nutzen will, muss sich ein neues Mobiltelefon zulegen. Eine große Auswahl wird es zum Start des neuen Datendienstes jedoch nicht geben. Bisher bietet lediglich der japanische Hersteller NEC ein i-mode-fähiges Gerät an. Der Preis: 249 Euro. Es wird im Vergleich zu herkömmlichen Handys mit Festverträgen nur gering subventioniert. Das Handset wird es bereits ab 8. März zu Testzwecken in den Geschäften geben. Bergheim kündigte an, dass bereits zur Computermesse Cebit ein zweites Gerät von Mitsubishi auf den Markt kommen soll. Mit weiteren Herstellern sei man in Verhandlungen.

Drei Euro im Monat verlangt E-Plus für die Bereitstellung des Dienstes. Hinzu kommen die Grundgebühren der Anbieter. Sie liegen zwischen 25 Cent und zwei Euro im Monat. Manche Anbieter wie die Deutsche Bahn, Fleurop oder UCI-Kinowelt stellen ihren Dienst kostenlos zur Verfügung. Die dann noch folgenden Kosten bestimmt der Nutzer selbst. Für jedes auf das Handset übertragene Kilobyte wird ein Cent berechnet. So kostet etwa eine über i-mode heruntergeladene Nachricht mit etwas mehr als 500 Zeichen drei Cent und eine E-Mail mit bis zu 1000 Zeichen 19 Cent.

Zu Beginn könnte es für den i-Mode-Nutzer jedoch schwierig sein, die Datenmenge und damit die Kosten abzuschätzen. Zwar werden auf der Rechnung von E-Plus die Mengen der übertragenen Daten mit den entsprechenden Geldbeträgen aufgeführt. Mit welchem speziellen Angebot des jeweiligen Dienstleisters diese Kosten jedoch verbunden sind, bleibt offen. E-Plus-Chef Bergheim kündigte an, es werde an einer Kostenkontrolle in Echtzeit gearbeitet, die dann direkt auf dem Handset angezeigt wird.

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