EADS : Airbus-Mutter rutscht ins Minus

Die Krise und die Probleme mit A380 und A400M belasten den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der Konzerngewinn ist in den ersten neun Monaten um drei Viertel auf nur noch 291 Millionen Euro eingebrochen.

Thomas Magenheim

München - Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steht wegen hartnäckiger Probleme bei den beiden Großprojekten A380 und A400M vor schmerzhaften Kurskorrekturen. Zum einen sind überwunden geglaubte Schwierigkeiten beim weltgrößten Passagierflugzeug A380 mit dem Hochfahren der Serienproduktion wieder aufgetaucht. Beim A380 werde derzeit eine industrielle und finanzielle Bestandsaufnahme erarbeitet, räumte EADS-Chef Louis Gallois ein. Ferner droht beim Militärtransporter A400M ein zusätzliches Milliardendebakel. Deshalb ist der Konzerngewinn in den ersten neun Monaten um drei Viertel auf nur noch 291 Millionen Euro eingebrochen. Schlimmeres droht.

Denn in den Monaten von Juli bis September verbuchte EADS zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder einen Quartalsverlust. Das EADS-Nettoergebnis rutschte im abgelaufenen Vierteljahr mit 87 Millionen Euro ins Minus, gegenüber einem Plus von 680 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Als Gründe wurden negative Wechselkurseffekte, gesunkene Flugzeugpreise sowie die Probleme beim A380 und A400M genannt.

Was Ende des Jahres zu Buche stehen wird, wagt Gallois wegen der beiden Großrisiken nicht vorauszusagen. Beim Riesenflugzeug A380 setzt die weltweite Wirtschaftskrise die Fluggesellschaften derart unter Druck, dass sie ihre bestellten Modelle jetzt teils erst zwei Jahre später als vereinbart haben wollen. Es gebe bisher aber keine Stornierungen für den A380, betonten EADS-Sprecher. Anders sieht das beim A400M aus. Dort ist soeben Südafrika ausgestiegen. Das Land hatte acht Maschinen geordert. Die Konsequenzen daraus müssten nun genau geprüft werden, warnte EADS. Insgesamt haben Regierungen – darunter die der Bundesrepublik – ursprünglich 192 Stück des fehlgeplanten Militärtransporters bestellt. Mit der dafür zuständigen Beschaffungsorganisation Occar stehe das Management derzeit in der „schwierigen letzten Phase“ einer Neuverhandlung des Projekts, mit dem Ziel, potenzielle Verluste einzudämmen, stellt der Konzern klar.

Nach neun Monaten wurde das EADS- Ergebnis durch den A400M mit 224 Millionen Euro belastet. Weitere 2,4 Milliarden Euro wurden dafür zurückgestellt. Zusätzliche „erhebliche“ Belastungen seien je nach Ausgang der Verhandlungen mit Occar möglich. Airbus-Chef Thomas Enders bekräftigte jedoch auf der Luftfahrtmesse in Dubai, der Militärtransporter werde „voraussichtlich vor Weihnachten“ endlich zu seinem Erstflug abheben.

Die Wirtschaftskrise macht sich beim Konzern im Auftragseingang bemerkbar, der bis Ende September um drei Viertel auf nur noch 24,6 Milliarden Euro eingebrochen ist. Belastend sei auch der krisenbedingte Preisdruck beim Verkauf ziviler Airbus-Modelle und steigende Währungssicherungskosten wegen des anhaltenden Dollar-Verfalls. Allein das belaste die EADS-Ergebnisse in diesem Jahr mit bislang 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz nach neun Monaten stieg zwar leicht auf 29,7 Milliarden Euro. Aber auch hier zeigt sich eine negative Tendenz. Im dritten Quartal sanken die Erlöse im Vergleich zur Vorjahresperiode um zwei Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

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