Wirtschaft : EADS: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern erhält Schubkraft vom Dollar

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Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will angesichs des starken Dollars seine mittelfristigen Ertragsziele übertreffen. Bisher hatte EADS, hinter Boeing und Lockheed-Martin weltweit Nummer Drei der Branche, immer mitgeteilt, vom Jahr 2004 an eine Umsatzrendite von acht (derzeit gut fünf) Prozent erreichen zu wollen. Der derzeit starke Dollar werde für ein günstiges Umfeld sorgen, so dass die Profitabilitätsziele nach 2003 sogar übetroffen werden, sagte EADS-Chef Rainer Hertrich in Amsterdam.

Der EADS-Konzern, ein Zusammenschluss der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale-Matra und der spanischen Casa, der im Juli offiziell an den Start gegangen ist, legte am Mittwoch Zahlen und eine Prognose für das Gesamtjahr 2000 vor. Nach den Angaben von Finanzchef Arendt wird für 2000 mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mindestens 1,25 Milliarden Euro gerechnet. Dies würde dem konsolidierten und um Sondereffekte bereinigten EADS-Ergebnis für 1999 entsprechen. Der Umsatz soll um sieben Prozent auf über 24 Milliarden Euro steigen. Für die ersten sechs Monate legte der Konzern Pro-Forma-Zahlen vor (ohne Vergleichswerte für das Vorjahr). Danach lag per Ende Juni der Umsatz bei 10,6 Milliarden Euro. Das Ebit wird mit 553 Millionen Euro angegeben. Dabei schlage der starke Dollar mit einem positiven Effekt von 440 Millionen Euro zu Buche, sagte Arendt. Das Nettoergebnis liegt bei minus 359 Millionen Euro. Dieser Verlust, der im Gesamtjahr noch wachsen dürfte, resultiere aus einer Änderung der Bilanzierungsgrundsätze für Wechselkurssicherungs-Geschäfte bei der ehemaligen Aerospatiale-Matra, teilte Arendt mit. Dies werde die Gewinnrechnung noch bis 2003, allerdings mit abnehmenden Intensität, belasten.

Der Löwenanteil des Gewinns, nämlich 93 Prozent im ersten Halbjahr, ist auf das Airbus-Geschäft zurückzuführen. Die EADS hält 80 Prozent am dem Fugzeughersteller. Zum Gesamtumsatz der EADS trug Airbus 6,8 Milliarden Euro bei, zum Ergebnis 516 Millionen Euro. Deutlich erhöht hat sich im ersten Halbjahr der Auftragseingang, insbesondere aufgrund der hohen Zahl von Bestellungen bei Airbus. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Auftragsbestand um 24 Milliarden Euro auf jetzt knapp 119 Milliarden Euro. Für 2001 wird mit dem Verkauf von 335 Airbus-Maschinen gerechnet. 2002 soll der Absatz auf über 400 Stück steigen.

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