EADS : Enders tritt Chefposten bei Airbus an

Der Deutsche Thomas Enders hat offiziell seinen neuen Job beim Flugzeugbauer Airbus angetreten. Der nun alleinige EADS-Chef Louis Gallois will entweder das Hauptquartier München oder Paris schließen.

Thomas Enders
Der neue Airbus-Chef Thomas Enders. -Foto: dpa

ParisEine offizielle Zeremonie für den bisherigen Co-Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS sei nicht vorgesehen, sagte ein Airbus-Sprecher. Sein ehemaliger Partner an der Spitze von EADS, Louis Gallois, ist von nun an alleiniger Chef des Konzerns.

Gallois sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er wolle nicht der "der französische CEO (Vorstandschef) von EADS sein, sondern der CEO von EADS". Es gehe nicht darum, ob der Verwaltungsratschef von EADS, Rüdiger Grube, und Enders Deutscher oder Franzose seien. "Wir sitzen alle im gleichen Boot; wenn wir Erfolg haben, dann zusammen, wenn wir sinken, dann zusammen".

Enders will Sparprogramm weiter forcieren

Der 48 Jahre alte Enders hatte zuvor angekündigt, das umstrittene Airbus-Sparprogramm "Power 8" so schnell wie möglich umzusetzen. Demnach sollen 10.000 Stellen gestrichen und mehrere Standorte auch in Deutschland aufgegeben werden. Es ist der fünfte Wechsel an der Spitze des Flugzeugbauers innerhalb von zwei Jahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten die neue Führungsstruktur bei ihrem Treffen in Toulouse Mitte Juli bekanntgegeben.

EADS-Verwaltungsratschef Grube hat die Schaffung sogenannter "Goldener Aktien" für Schlüsselaktionäre befürwortet. "Es geht um den Schutz des Konzerns gegen feindliche Übernahmen", sagte Grube der französischen Zeitung "Les Echos". Angesichts der Bedeutung von EADS sei dieses Ziel legitim. Außerdem seien entsprechende Schutzmechanismen für vergleichbare Unternehmen gang und gäbe. Daher brauche EADS die stabile Einbindung großer Aktionäre.

Gallois regte an, sich früher oder später von einem der beiden derzeitigen Hauptquartiere in Paris und München zu trennen. Zwei Standorte seien "nicht ideal", sagte Gallois dem Blatt. Momentan sei die Zeit dafür aber noch nicht reif, die Entscheidung werde wohl noch einige Jahre dauern. (mit dpa)

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