EADS : Rätselraten um Airbuspläne

Spekulationen über die Airbuspläne von EADS: Wegen der technischen Probleme mit dem A380 könnte das deutsche Werk in Hamburg die Beteiligung an der Produktion des größten Passagierflugzeugs der Welt verlieren.

Paris - Der Sparplan von Airbus-Chef Christian Streiff sehe eine Neuverteilung der Aufgaben zwischen den Werken in Europa beim Zusammenbau der Flugzeuge vor, berichtete die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos". Demnach würde der A380 nur noch im französischen Toulouse zusammengebaut. Hamburg würde dagegen kleinere Maschinen bekommen. Der Verwaltungsrat der Airbus-Mutter EADS soll am Dienstag über den Sparplan und die Lieferverzögerungen beim A380 beraten.

Hamburg könne im Gegenzug für den Verlust des A380 künftig stärker am Bau des mittelgroßen Flugzeugtyps A320, aber auch möglicherweise am neuen A350 beteiligt werden, berichtete das Pariser Wirtschaftsblatt "La Tribune". Kurzfristig wolle Airbus-Chef Streiff beim A380 das Problem mit der Verkabelung in der Kabine durch eine Verlegung dieses Produktionsschritts von Hamburg nach Toulouse lösen. Gleichzeitig solle die Zahl der Zulieferer verringert werden.

Sparplan in Milliardenhöhe

Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall kündigte im NDR bereits die Prüfung von Überbrückungskrediten für betroffene Firmen in der Hansestadt an. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte in Berlin, der Konzern müsse darauf achten, "dass Produktion und Arbeitsplätze in Europa bleiben".

Die Verzögerungen bei der Auslieferung des A380 würden das Ergebnis von EADS bis 2010 um mindestens zwei Milliarden Euro verringern, hieß es in "Les Echos". Streiff wolle deshalb bei Airbus einen Sparplan in gleicher Höhe auflegen. Der seit Juli amtierende Airbus-Chef wolle beim A350 dann schon 30 Prozent der Fertigung an Partner in Europa, aber auch in Russland und China vergeben, sofern sich diese am finanziellen Risiko des Flugzeuges beteiligten. Beim A380 werden bisher nur 15 Prozent von externen Partnern beigesteuert.

EADS hatte vor zwei Wochen weitere Lieferverzögerungen beim A380 bestätigt, aber noch keine konkreten Daten über die zeitlichen und finanziellen Auswirkungen genannt. Eine Entscheidung über Streiffs Sanierungsplan und den neuen Lieferkalender war am Freitag vom EADS-Verwaltungsrat zunächst verschoben worden. Das für Dienstag geplante Treffen könne auch in Form einer Videokonferenz stattfinden, hieß es aus informierten Kreisen. (tso/AFP)

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