Wirtschaft : Easyjet verspricht sinkende Ticketpreise

Billigflieger will Kosten drücken/Deutschlandstart in Berlin

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Berlin (pet). Der Chef der zweitgrößten europäischen Billigfluglinie Easyjet geht davon aus, dass die Ticketpreise in den nächsten Jahren weiter sinken werden. „Es wird billiger“, sagte Ray Webster in Berlin, wo Easyjet am Mittwoch seinen Flugbetrieb in Deutschland aufnahm. Als Grund nannte der Brite sinkende Flughafengebühren und neue Technologien. Nach Angaben Websters machen die Flughafenkosten derzeit 32 Prozent der Gesamtkosten aus. Diesen Anteil will er innerhalb der nächsten zwei Jahre auf 20 Prozent drücken.

Der Chef von Marktführer Ryanair, Michael O’Leary, hatte vor kurzem angekündigt, dass wegen Überkapazität die Ticketpreise um bis zu 15 Prozent nach unten gedrückt werden könnten. Ryanair musste daraufhin die erste Gewinnwarnung seit Jahren herausgeben. Der DeutschlandStart von Easyjet dürfte den Preiskampf der Billigflieger weiter verschärfen. Am Mittwochnachmittag hob der erste Easyjet in Berlin-Schönefeld Richtung London-Luton ab. Innerhalb der nächsten beiden Monate will der Billigflieger von Berlin aus mit sechs Flugzeugen 13 Städte in Europa ansteuern, darunter auch Sonnenziele wie Palma de Mallorca und Barcelona. Air Berlin hat bereits reagiert – und die Ticketpreise nach Mallorca gesenkt.

Innerhalb des ersten Jahres rechnet Easyjet-Chef Webster mit 1,5 Millionen Passagieren. Webster lobte ausdrücklich die Kooperation der Berliner. „Wir sind hier sehr willkommen geheißen worden“, sagte er. So sehr, dass Konkurrent Air Berlin, der in Tegel startet, über Benachteiligung klagte.

Easyjet will in den kommenden Jahren weitere Zielflughäfen in den Flugplan aufnehmen – aber nicht um jeden Preis. „Wir suchen Flughäfen, die unsere Auffassung von Effizienz teilen“, sagte Webster. Transatlantische Flüge seien nicht geplant.

Für die Berliner Flughäfen sei der Markteintritt von Easyjet von großer strategischer Bedeutung, sagte der Chef der Berliner Flughafen GmbH, Dieter Johannsen-Roth. Damit werde die wirtschaftliche Basis für den Ausbau des Flughafens zum Airport Berlin Brandenburg International BBI geschaffen.

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