Wirtschaft : EC-Karten: Bargeldloses Zahlen ist nicht kostenlos

Daniel Rhee-Piening

Die Banken drehen wieder einmal an der Gebührenschraube. Sie wollen für Zahlungen mit EC-Karte und Unterschrift, in Zukunft deutlich mehr Geld verlangen, als für Zahlungen mit der Karte und Geheimnummer. Dagegen zu wettern ist populär. Der Ärger des Handels erscheint auf den ersten Blick verständlich, und dennoch leuchtet die Kritik nicht ganz ein. Denn die Institute schließen mit ihrem Vorstoß nur ein Schlupfloch, das Teile des Handels oft und gerne nutzen. Die Bezahlung mit Unterschrift war bisher billiger als die Bezahlung mit Geheimnummer. Doch die Argumentation der Geldhäuser erscheint einsichtig. Sie bieten einen Service, der Geld kostet - insbesondere wenn er nicht nur auf elektronischem Wege erfolgt, sondern wenn zusätzlich auch noch Papier bewegt werden muss. Und dem Handel erspart das Zahlen per Karte - egal ob mit Unterschrift oder PIN - ein gewisses Maß an Kassenhaltung und es nimmt ihm die Arbeit ab, das eingenommene Bargeld zum Tresor zu bringen. Aber auch die Banken sparen, wenn das bargeldlose Bezahlen zunimmt. Und so läßt sich über die Höhe der geplanten Gebühren trefflich streiten, zumal die Institute bisher allenfalls einen Teil ihrer Kosten offenlegen.

Die Art des Vorgehens ist im übrigen nicht neu - und gerade das macht misstrauisch. Die Erinnerung an die massive Werbung für das kostenlose Girokonto ist bei manchem noch frisch. In den sechziger Jahren betrieben die Geldhäuser erst die Abschaffung der Lohntüte, um sich später die Kontoführung immer teurer bezahlen zu lassen. Ähnliche Versuche dieses Mal schon im Ansatz zu verhindern, dafür lohnt es sich in der Tat zu streiten.

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