Wirtschaft : EC-Karten: Bernd Rodewald im Gespräch: "Für den Kunden wird sich nichts ändern"

Herr Rodewald[die Banken wollen für die Beza]

Bernd Rodewald ist Vorstand beim Bundesverband Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken, der im Zentralen Kreditausschuss der Banken und Sparkassen federführend ist. Mit ihm sprach Carsten Brönstrup.

Herr Rodewald, die Banken wollen für die Bezahlung per EC-Karte mehr Geld verlangen. Suchen Sie nach neuen Geldquellen?

Nein, Fakt ist, dass das bargeldlose Bezahlen im Handel für die Kreditinstitute defizitär ist. Eine Beratungsfirma hat für uns einen jährlichen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe errechnet. Wir wollen die Verluste reduzieren.

Warum ausgerechnet jetzt?

Wir tragen die Defizite schon seit Jahren, und dank des Gutachtens wissen wir nun, wie hoch sie sind. Nun müssen wir handeln.

Fürchten Sie nicht steigende Kosten, wenn die Bezahlung per Karte für den Kunden teurer wird und er stattdessen verstärkt wieder bar bezahlt? Mehr Bargeldabhebungen verursachen ja höhere Personalkosten für die Banken.

Ich glaube nicht, dass der Kunde wieder verstärkt bar bezahlt. Für ihn ändert sich nichts, er muss auch keine Zusatzgebühr bezahlen. Zudem ist das EC-System seit 30 Jahren etabliert und wird auch in Zukunft genutzt werden.

Der Handel wird aber reagieren, wenn für ihn die Kosten steigen - etwa, indem die Gebühren auf den Kunden abgewälzt oder Mindestbeträge für die Kartenzahlung eingeführt werden.

Da bin ich nicht sicher. Bisher sind für jeden Händler die Gebühren gleich. Wir wollen stattdessen ein Interbankenentgelt einführen - die Gebühren werden also zwischen den Instituten abgerechnet. Folge: Der Händler muss mit seiner Hausbank darüber verhandeln, wie hoch die Gebühren sind. Macht er mehr Umsatz, könnten sie niedriger sein. Ob und wie er dieses über den Preis weitergibt, hängt von der Schärfe des Wettbewerbs ab. Das System bringt also mehr Flexibilität.

Warum sollte das Kartellamt einer solchen Preisabsprache zustimmen?

Die Flexibilität ist entscheidend. Wir werden das Vorhaben nun anmelden und hoffen, das Plazet zu bekommen.

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