Wirtschaft : Edeka will Rewe endgültig abhängen

Berlin - Marktführer Edeka (Spar, Netto, Reichelt) will seinen Abstand zum zweitgrößten deutschen Einzelhändler Rewe weiter ausbauen. Bis zum Jahr 2010 sollen jährlich 200 neue EdekaMärkte eröffnet werden und außerdem mehr als 100 Filialen der Discounter-Tochter Netto hinzukommen. Das kündigte der Edeka-Vorstandsvorsitzende Alfons Frenk am Mittwoch bei der Jahresbilanz in Hamburg an. Edeka hat derzeit einen Marktanteil von 26 Prozent, und liegt damit acht Prozentpunkte vor Rewe. Bis 2010 soll der Anteil auf 30 Prozent ausgebaut werden.

In Berlin, wo Edeka auch 55 Reichelt-Märkte betreibt, sollen allein in diesem Jahr voraussichtlich zwei neue Reichelt-Filialen sowie ein großes E(deka)Center in Bernau eröffnet werden. Bei den großen Märkten sei Edeka in der Hauptstadt unterrepräsentiert, sagte Andreas Laubig, der Sprecher der zuständigen Regionalgesellschaft, dem Tagesspiegel. Darum werde Berlin in Zukunft zu den Investitionsschwerpunkten gehören.

Der größte deutsche Lebensmittelhändler, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, hat sich in den vergangenen Jahren stärker auf das Kerngeschäft Supermärkte konzentriert. Die zur Tochtergesellschaft Marktkauf gehörenden, verlustbringenden Baumärkte sind vor zwei Wochen an den Konkurrenten Rewe verkauft worden. Bereits vor zwei Jahren hatten die Hamburger den angeschlagenen Einzelhändler Spar und den Marken-Discounter Netto hinzugekauft.

Diese Neuerwerbungen zahlen sich nach Ansicht von Edeka-Chef Frenk jetzt aus. Die in Aussicht gestellten Ertragsprognosen hätten sich voll erfüllt, betonte er. Das Betriebsergebnis stieg im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Mit einer Umsatzrendite von 3,5 Prozent gehöre die Gruppe zu den renditestärksten in Deutschland, sagte Frenk. Bei den Einzelhandelsumsätzen liegen die Hamburger mit einem Zuwachs von zwei Prozent auf 30,2 Milliarden Euro auch deutlich über dem Branchenschnitt (0,6 Prozent). pet

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