Wirtschaft : Ehefrau Melitta hatte die Geschäftsidee

BERLIN (kwi).Heute vor 90 Jahren, am 15.Dezember 1908, meldete Familie Bentz beim Dresdner Gewerbeamt ein "kaufmännisches Agentur- und Kommissionsgeschäft" an.Die Geschäftsidee war Ehefrau Melitta spontan auf einem Kaffeekränzchen gekommen.Weil der bittere Kaffeesatz sie störte, hatte sie kurzerhand ein Löschpapier ihres Sohnes genommen.Es funktionierte.

Familie Bentz verpackte zunächst in der eigenen Wohnung von außen bezogene Filter.Mit dem neuen Produkt zog sie durch die Haushaltswarengeschäfte von Dresden.Die erste eigene Produktionsstätte eröffneten die Bentz erst nach dem ersten Weltkrieg.Ab diesem Zeitpunkt begannen sie, die Melitta-Filtertüten über die Dresdner Stadtgrenzen hinaus auch national zu vertreiben.Anfang der 30er Jahre überwand das Unternehmen mit der Gründung der ersten Auslandsfiliale in der Schweiz auch die nationalen Grenzen.

Das Familienunternehmen in dritter Generation setzt mittlerweile mit 4600 Mitarbeitern weltweit 2,25 Mrd.DM um.Während der Umsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent zulegte, wird er 1998 nach Angaben des Unternehmenssprechers voraussichtlich stagnieren."Wir werden wohl das Vorjahresniveau halten", sagt der Sprecher und räumt ein, daß "die Ziele etwas höher gehängt waren".Das Markengeschäft habe es zu Zeiten preisbewußten Konsums schwer.Über die Ertragssituation äußert sich das Unternehmen grundsätzlich nicht.

Noch immer macht die 1929 ins westfälische Minden umgesiedelte Melitta-Gruppe ihr Hauptgeschäft in Deutschland.Die größeren Zuwachsraten erzielt sie allerdings im Ausland.Größter Umsatzposten ist mit 40 Prozent Anteil der Kaffee - 1962 war Melitta mit einer eigenen Kaffeerösterei in Minden in das eigentliche Geschäft mit dem Kaffee eingestiegen.Dagegen hat die Filtertüte, mit der alles anfing, an Bedeutung verloren.Nur 13 Prozent des weltweiten Umsatzes gehen auf ihr Konto.Produziert wird sie auch im Berliner Werk mit 176 Mitarbeitern.

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