Wirtschaft : Eigener Bankschalter im Wohnzimmer für 2000 DM

An die Technik stellt das Online-Banking keine besonderen Ansprüche.Wer nur den Abfrage- und Formularverkehr mit seiner Bank aus dem heimischen Wohnzimmer abwickeln will, kann sich mit einem einfachen PC der "Aldi-Klasse" begnügen.Für knapp 1700 DM einschließlich Bildschirm bekommt man bereits einen arbeitsfähigen Standardcomputer.Aktuell ist das ein Pentium 166 mit 16 Megabyte Hauptspeicher, zwei Gigabyte Festplatte, Disketten- und - wichtig - CD-ROM-Laufwerk.

Damit kann man schon eine ganze Menge anfangen, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation funktionieren auf so einem Gerät durchaus zufriedenstellend.Doch Vorsicht: Der Appetit kommt meist beim Essen.Und wer Grafikprogramme, anspruchsvollere Spiele oder die Musikbearbeitung auf den PC bringen oder gar im Internet surfen möchte, der braucht von allen Zutaten (vor allem Festplatte und Hauptspeicher) ein bißchen mehr.Für die Kommunikation mit der Bank aber genügen die schlichte Version ebenso wie das einfache Modem - das sind ein kleiner Kasten oder alternativ eine Modemkarte zum Einbau in den PC, die die Zeichen vom Bildschirm in sendefähige Signale umwandeln.Beide sind in einem vernünftigen Leistungsbereich ab 160 DM zu haben.Wichtig ist beim Modem vor allem die Geschwindigkeit, denn Langsamkeit kostet Telefongebühren.33 600 bit pro Sekunde sollten es mindestens sein, 56 000 schaden nicht.

Wichtig ist auch noch ein Zugang zum Datennetz T-Online (etliche Banken akzeptieren auch andere Internet-Zugänge).Im Haus genügt die Telefonsteckdose.Doch um ins Netz zu kommen, bedarf es spezieller Software und einer persönlichen Kennung.Beides bekommt man bei der Telekom für 50 DM.Billiger wird es allerdings, wenn die Bank den Anschluß offeriert.Und sparen läßt sich die Anmeldegebühr auch, wenn man ein Komplettpaket - etwa aus Modem und Anmeldung - bei einem Telekom-Vermarkter wie 1&1, Montabaur, kauft.Aktuelle Angebote umfassen manchmal die gesamte PC-Ausrüstung.

Mit dieser Grundausstattung kann der Bankkunde ungebremst loslegen, Überweisungsaufträge erteilen, Kontoauszüge auf den Bildschirm rufen und auch Finanzinformation einholen.Die Erfahrung hat indes gezeigt, daß auch am elektronischen Wohnzimmer-Bankschalter menschliche Gewohnheiten die Oberhand behalten.Eine davon: Kontoauszüge möchte man schwarz auf weiß in der Hand halten und ordentlich abheften können.Die Konsequenz: Man muß sich zusätzlich zum Rechner einen Drucker kaufen.Derzeit am günstigsten, zumindest in der Anschaffung (bei geringem Druckvolumen spielen die Betriebskosten keine so große Rolle): Tintenstrahldrucker in allen Varianten.

Alle drucken, und es gibt sie zu Preisen von unter 300 DM bis zu über 1200 DM.In den Preisunterschieden spiegeln sich im wesentlichen Druckqualität, Farbfähigkeit und Geschwindigkeit wider.Auch hier gilt: Fürs "Banking pur" genügt das 249-Mark-Maschinchen (sogar farbfähig) aus dem Sonderangebot (Vorsicht allerdings auch hier: Manchmal drohen hohe Folgekosten für Farbpatronen).Wer in Gefahr ist, plötzlich die Bildverarbeitung per PC als kreatives Hobby zu entdecken, sollte gleich ein paar Hundertmarkscheine mehr anlegen.

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