Wirtschaft : Eigenheim-Zulage

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9,5 Milliarden Euro schenken der Bund und die Länder pro Jahr Immobilienkäufern und Bauherren. Damit ist die EigenheimZulage inklusive Kinderzulage die teuerste Einzelsubvention. Finanzminister Hans Eichel (SPD) wollte sie jüngst kürzen – ist aber am Widerstand der Union im Bundesrat gescheitert.

Warum sie schädlich ist: Die Eigenheimzulage führt zu Zersiedelung, weil immer mehr Menschen ins Umland der Städte ziehen. Ihre Häuser versiegeln die Böden, auf der Fahrt zur Arbeit in der Stadt verpesten sie die Luft. Außerdem treibt die Eigenheimzulage die Immobilienpreise in die Höhe – ohne das Extra vom Staat würden sich weniger Menschen ein Haus bauen oder kaufen, weniger Nachfrage bedeutet sinkende Preise. Wegen der schrumpfenden Bevölkerung brauchen die Deutschen ohnehin keinen neuen Wohnraum mehr – vielerorts werden ja leer stehende Häuser abgerissen. Einige Ökonomen halten es zudem rechtlich für fragwürdig, der einen Bevölkerungsgruppe Eigentum wegzunehmen, damit sich die andere Eigentum aufbauen kann.

Wer profitiert: Bauherren nehmen die Eigenheimzulage gerne in Anspruch, würden ohne dieses Extra aber kaum auf den Bau eines Hauses verzichten. Die seit Jahren krisengeschüttelte Baubranche indes klammert sich an die Zulage – sie will die staatliche Hilfe um jeden Preis bewahren, um nicht noch tiefer in die Rezession abzurutschen. Außerdem fürchtet sie niedrigere Preise und schärferen Wettbewerb, sollte die Subvention wegfallen. Die Union versucht, sich mit dem Festhalten an der Zulage als Anwalt der kleinen Leute zu profilieren – vor allem wegen der Bayern-Wahl im Herbst. brö

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