Wirtschaft : Eigenheimzulage: Vor dem Fiskus geschieden

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Wer beim Kauf oder Bau der eigenen vier Wände die Eigenheimzulage in Anspruch nehmen will, darf bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Alleinstehende dürfen im ersten Jahr der Förderung - dem Einzugsjahr ins eigene Heim - und dem Jahr davor insgesamt maximal 160 000 Mark verdient haben, um noch in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen. Bei Ehepaaren liegt diese Grenze bei 320 000 Mark für beide Jahre.

Übersteigen die Gesamteinkünfte eines Ehepaares diesen Betrag, erhalten beide keinerlei Förderung. Selbst wenn ein Ehepartner mit seinen Einnahmen unter der Einkommensgrenze für Alleinstehende liegen sollte und von daher die Zulage eigentlich beanspruchen könnte.

Lassen sich die Eheleute dagegen getrennt zur Einkommenssteuer veranlagen, bekommt der geringer verdienende Partner die Zulage. Es ist jedoch ratsam, schon im Vorfeld auszurechnen, ob sich die getrennte Veranlagung tatsächlich lohnt. Denn mit ihr geht der Splittingvorteil verloren und die für Eheleute erhöhten Freibeträge fallen weg. Mit der Folge, dass der Ehepartner mit dem höheren Einkommen mehr Einkommenssteuer an den Fiskus abführen muss. Die getrennte Veranlagung lohnt sich also nur dann, wenn die höhere Steuerlast die Eigenheimzulage nicht übersteigt.

Zudem birgt der Weg zur Eigenheimzulage über die getrennte Veranlagung auch einige juristische Tücken. Um die staatliche Förderung zu bekommen, muss der Förderberechtigte nämlich auch Eigentümer der Wohnung oder des Hauses sein. Das bedeutet, dass der andere Partner nicht im Grundbuch steht und damit keinerlei Eigentumsrechte an der Immobilie hat. Der alleinige Eigentümer hat dann grundsätzlich die Möglichkeit, das Heim ohne die Zustimmung des anderen zu verkaufen.

Diese Klippe lässt sich mit einem notariellen Vertrag zwischen den Eheleuten umschiffen, so dass es auch bei einer Scheidung zu keinen Problemen kommen muss. Allerdings kann nach der Trennung derjenige, der die Eigenheimzulage erhalten hat, nicht noch einmal die staatliche Förderung in Anspruch nehmen.

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