Wirtschaft : Eigentor der Dickköpfe

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Millionen Amerikaner mussten diese Woche von der endgültigen Absage der Saison 2004/2005 der USEishockeyliga NHL erfahren. Der infolge eines Arbeitskampfes zwischen Klubbesitzern und Spielern seit Saisonbeginn im September währende „Lockout“ hatte den Spielbetrieb lahm gelegt. Wie so oft ging es um Geld. Gestritten wurde um die Einführung einer Gehaltsobergrenze, die die Klubs forderten und die Spieler ablehnten. Damit wird der seit 1919 alljährlich ausgespielte Stanley-Cup erstmals nicht vergeben. Das viel grundlegendere Problem liegt jedoch in dem mangelnden Verständnis beider Parteien, dass es im modernen Wettkampfsport weder „Management“ noch „Arbeitskräfte“ gibt. Sie sind Geschäftspartner – oder sollten es zumindest sein. Die Eishockeyliga ist neben Basketball, Golf, Football, Wrestling oder Eiskunstlauf nur eine von vielen Freizeitbeschäftigungen, die um das Geld der Leute konkurrieren. Mit der Weigerung, einen Kompromiss zu finden, haben die NHL-Verantwortlichen das Feld der Konkurrenz überlassen. Und natürlich haben sie auch ihre Fans verletzt. Doch man darf annehmen, dass es dem Großteil der sonst zahlenden NHL-Kundschaft gelungen ist, Alternativen zu finden.

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