Wirtschaft : Eile muß nicht teuer sein

JÖRN GRÜNEWALD

Bei den vielen Angeboten der Stadtkuriere lohnt ein VergleichVON JÖRN GRÜNEWALD

Für den Versand von eiligen Sendungen steht in Berlin ein breites Angebot an Dienstleistern zur Verfügung.Die Gelben Seiten weisen über 50 Kurierdienste und Vermittlungszentralen (etwa Moskitos oder Messenger) auf.Die Zentralen dienen den angegliederten aber selbständigen Kurieren als Leitstelle.Preise, Leistungen und Sondertarife sind durchaus unterschiedlich.Es lohnt sich daher, genauer hinzusehen. Dabei muß man wissen, daß die Unternehmen ihren Preisen unterschiedliche Berechnungsgrundlagen zu Grunde legen.Üblich sind etwa Entfernungspauschalen, die von Firma zu Firma variieren.Für eine Transportdistanz von vier Kilometern werden beispielsweise zwischen 10 und 13 DM (zuzüglich MWSt.) verlangt.Überregional arbeitende Unternehmen wie TNT verlangen auf dieser Distanz dagegen bis zu 15 DM. Einige Vermittlungszentralen (etwa Kasa Kurier aus Mitte) kalkulieren ihre Preise nach Postzustellbezirken.Der Transport von Schöneberg nach Tiergarten kostet nach dieser Berechnung zwischen 15 und 17 DM.Zum Teil ergeben sich die Preise aber auch durch eine Kombination von Grundgebühren und Kilometerpauschale.In der Regel sind solche Preisangebote nur bei Kurierdiensten verbreitet, die sich nicht ausschließlich auf den Bereich Berlin konzentrieren. Manche Kurierdienste (wie Stadtkurier) lassen dem Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Preiskategorien, die sich je nach Dringlichkeit des Auftrags richten.Bei dem 15 DM teuren Transport von Schöneberg nach Tiergarten muß man beispielsweise maximal 30 bis 45 Minuten auf den Boten warten.Für dringendere Fälle werden dagegen 17 DM verlangt, die Sendung wird dafür aber schon nach spätestens 25 Minuten abgeholt und direkt abgeliefert. Die Mehrzahl der Anbieter verzichtet jedoch auf spezielle Eiltarife, da die schnelle Durchführung der Aufträge als Charakteristikum dieser Branche gilt.Die garantierten Lieferzeiten sind Obergrenzen, die ohnehin meist unterboten werden.Dagegen spielt die Tageszeit bei allen eine Rolle: Nachts und an Wochenenden gelten spezielle Preise, die meist um 25 bis 50 Prozent über dem Normaltarif liegen. Das Gewicht der zu transportierenden Güter ist für den Preis dagegen wenig ausschlaggebend.Transportiert wird alles, was in die Fahrradtasche oder auf den Motorroller paßt.Da die meisten Unternehmen sowohl Fahrrad- als auch motorisierte Transportmöglichkeiten zur Verfügung stellen, können oft auch gewichtige Sendungen übernommen werden.Fragen Sie nach! In der Regel werden herkömmliche Päckchen und Pakete transportiert.Daneben gibt es aber auch Kurierdienste für den Transport von speziellen Gütern.So weist das Branchenverzeichnis zwei Anbieter für Labor- und Bluttransporte aus. Die jeweiligen Kurierboten treten als selbstständige Unternehmer auf.Fahren sie für eine der größeren Vermittlungszentralen, übernehmen diese die Versicherung des transportierten Gutes.Bei den Kurieren, die nicht von einer solchen Zentrale geleitet werden, ist es dagegen empfehlenswert, die Versicherungslage vor einer Auftragsvergabe zu klären.

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