Wirtschaft : Ein bisschen Stress muss sein

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Von Jörg Wenig

Berlin. Spannender und übersichtlicher soll die Golden League der Leichtathleten werden, die heute in Oslo beginnt und am 6. September beim Istaf im Jahn-Stadion endet. Deswegen ist der Weltverband IAAF bei seiner Formel 1 der Leichtathletik zurückgekehrt zum Motto: alles oder nichts. Nur wer seine Disziplin bei allen sieben Meetings gewinnt, partizipiert am mit 50 Kilogramm Gold gefüllten Jackpot der Liga. Profitieren dürften davon die Zuschauer, für die Athleten wird es dagegen schwerer.

In den vergangenen beiden Jahren reichten fünf Siege, um bei der Verteilung des Goldes dabei zu sein. Der Nachteil dieser Regelung war freilich, dass mancher Seriensieger bis zu zwei Meetings ausließ. So fehlte beim Finale 2001 im Berliner Olympiastadion sogar die US-amerikanische Starsprinterin Marion Jones, weil sie sich ihren Anteil am Jackpot schon vorher gesichert hatte. „Sicher ist es hart, sieben Mal zu siegen. Aber wir denken, dass es besonders für die Amerikaner und die meisten Afrikaner - ausgenommen die Commonwealth-Länder - in diesem Jahr leichter sein dürfte, da weder Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften stattfinden“, sagt der Pressesprecher der IAAF, Nick Davies. Für die Europäer gilt dies nicht, da mit der EM in München ihr Saisonhöhepunkt stattfindet.

Doch die IAAF hat auch kräftig investiert. Drei Jackpot-Kandidaten wurden für die komplette Golden League unter Vertrag genommen: Die beiden US-Sprinter Marion Jones und Maurice Greene sowie der marokkanische Mittelstreckenläufer Hicham El Guerrouj. Die sieben Meeting-Direktoren der Liga können zufrieden sein, denn das Antrittsgeld für diese Stars belastet nicht ihren Etat. Das ist besonders für das unter Geldmangel leidende Berliner Istaf wichtig.

2003 soll die Golden League auf fünf Meetings verkleinert werden. Insgesamt gibt es dafür neun Bewerber. In der kommenden Woche wird die IAAF vor dem zweiten Golden-League-Meeting in Paris die Auswahl bekannt gegeben. Entschieden wird übrigens für den Zeitraum von 2003 bis 2005. Danach soll neu ausgewählt werden. Wie aus der IAAF zu erfahren war, mehren sich die Stimmen, die dafür eintreten, die Serie nur auf sechs Meetings zu reduzieren. Das hätte den Vorteil, dass man von der bestehenden Serie theoretisch doch kein Meeting ausschließen müsste, weil Monte Carlo in Zukunft auf keinen Fall mehr Golden-League-Ort sein wird.

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