Wirtschaft : Ein Botschafter für Gazprom

Kotenev wird Hauptgeschäftsführer in Deutschland

Im neuen Job: Wladimir Kotenev. Foto: dpa
Im neuen Job: Wladimir Kotenev. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Das Ambiente entsprach ganz dem Image des früheren Botschafters als einer schillernden Figur des gesellschaftlichen Lebens in Berlin: glitzernde Kristallleuchter, reichlich Stuck und goldfarbene Tapeten an den Wänden. Die Fotografen empfingen Wladimir Kotenev im Regent-Hotel mit Blitzlichtgewitter. Doch bei seiner Vorstellung als neuer Hauptgeschäftsführer der in Berlin ansässigen Gazprom Germania machte Kotenev am Freitag klar, dass es um eine ernste Sache geht. Die Frage eines Journalisten, ob Berlin auch dazu beigetragen habe, dass er den Posten annahm, beantwortet er knapp: Das sei mit ein Grund gewesen, Berlin sei wunderschön, er sei gern hier.

Dennoch will Kotenev, der zuletzt sechs Jahre russischer Botschafter in Berlin war, an diese Rolle anknüpfen und weiter daran arbeiten, das Bild Russlands – und nun auch Gazproms – hierzulande und in Europa zu verbessern. Die Menschen dürften den weltgrößten Gaskonzern nicht dämonisieren. „Gazprom ist ein Weltkonzern, der eine wunderbare und hochkarätige Arbeit macht“, sagte Kotenev. Gazprom Germania hat dabei vor allem die Aufgabe, Gas aus Russland und Zentralasien in ganz Europa zu verkaufen.

Er habe sich ehrgeizige Ziele gesetzt, sagte Kotenev. „Wir bauen Speicher, wir bauen Pipelines, wir erschließen neue Märkte, wir entwickeln das Geschäft und wir sind auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt aktiv.“ Auch ins Ölgeschäft wolle die russische Mutter und damit auch Gazprom Germania einsteigen. Und in der Gesellschaft wolle sich das Unternehmen engagieren – nicht nur als Sponsor des FC Schalke 04. Er sei jedenfalls nicht minder stolz als der spanische Fußball-Star Raúl, der gerade zu dem Fußballklub wechselte, jetzt Mitglied der Mannschaft zu sein und ein Gazprom-Leibchen zu tragen, verkündete Kotenev. vis

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