Wirtschaft : Ein Bremsklotz für den Aufschwung im Osten

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröffentlicht der Tagesspiegel einmal im Monat eine Konjunkturkolumne. Der Frühindikator soll frühzeitig konjunkturelle Wendepunkte anzeigen und berücksichtigt dabei aktuelle Branchendaten.

Der Frühindikator für Westdeutschland ist im Februar auf 2,7 Prozent gestiegen. Damit liegt er um 0,1 Prozentpunkte höher als im Januar. Das Konjunkturbarometer für die neuen Länder ist von 2,6 Prozent im Vormonat auf 2,5 Prozent gefallen. Vor allem die Probleme im Baugewerbe belasten die ostdeutsche Konjunktur stark. Trotz günstiger Auftragsentwicklung ist im Osten zudem die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe weiter rückläufig. Im Westen erlebte sie einen kräftigen Aufschwung.

Das Ifo-Geschäftsklima im westdeutschen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Dezember von 10,6 auf 11,5 Saldopunkte verbessert. Der Saldo der positiven und negativen Meldungen erhöhte sich von 4,8 auf 6,6 Prozentpunkte. Die Beurteilung der Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr bleibt mit 16,4 Punkten zuversichtlich. Der allgemeine Optimismus wird von der erneut gestiegenen Kapazitätsauslastung gestützt. Im Osten hingegen ist diese leicht gefallen. Die Geschäftsaussichten werden jedoch günstiger beurteilt als im Vormonat.

Im November sind die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes im Osten saisonbereinigt um gut neun Prozent gestiegen. Dies ist jedoch fast ausschließlich der Investitionsgüterindustrie zu verdanken. Dagegen ist die Nachfrage in den anderen Gruppen des Verarbeitenden Gewerbes nur mäßig gestiegen, teilweise sogar gesunken.

Wichtiger für die gesamtdeutsche Konjunktur ist die Nachfrageentwicklung in der westdeutschen Industrie. Diese blieb mit einem saisonbereinigten Plus von 1,1 Prozent zum Vormonat im November weiter auf Erholungskurs. Der Zuwachs kam ausschließlich aus dem Auslandsgeschäft (plus 2,9 Prozent). In Westdeutschland hat sich auch das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel während der vergangenen drei Monate deutlich verbessert. Im Osten blieb das Einzelhandelsklima dagegen mit zuletzt minus 19,5 Punkten noch ziemlich frostig. Das Auftragsvolumen des westdeutschen Bauhauptgewerbes ging im November gegenüber dem Vormonat um rund zehn Prozent zurück. Es lag damit auch etwas niedriger als vor Jahresfrist (minus sechs Prozent). Insgesamt ist die konjunkturelle Erholung der Bauwirtschaft vorerst unterbrochen worden. Schuld daran sind auch die anhaltenden Probleme des Bausektors im Osten. Im November konnte sich hier die Nachfrage gegenüber ihrem Rekordtief vom Vormonat kaum erholen. Bremsklotz ist nach wie vor der Wohnungsbau. Im November verbuchte er 30 Prozent weniger Aufträge als vor Jahresfrist. Bei der Zinsentwicklung gab es im Dezember keine dramatischen Entwicklungen.

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