Wirtschaft : Ein Club zum Stromsparen

Kofler Energies steigt ins Privatkundengeschäft ein

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Früher Fernsehen, jetzt Energie. 2007 verließ Georg Kofler ProSieben und gründete eine eigene Unternehmensgruppe. Foto: ddp
Früher Fernsehen, jetzt Energie. 2007 verließ Georg Kofler ProSieben und gründete eine eigene Unternehmensgruppe. Foto: ddpFoto: ddp

Frankfurt am Main - Bequem sparen – das hört sich immer gut an. Doch wenn es nicht klappt, könnte es für die Kofler Energies Club AG aus Frankfurt am Main teuer werden. 200 Euro weniger Energiekosten pro Jahr garantiert die hundertprozentige Tochter der Münchner Kofler Energies AG ihren Privatkunden. Sollte das gesteckte Ziel nicht erreicht werden, verspricht das Unternehmen, den Betrag selbst an ihre „Clubmitglieder“ auszuzahlen. Doch das Einsparpotenzial liegt dem Kofler Energies Club zufolge noch höher: Wer per Vollmacht die Suche nach günstigen Strom- und Gastarifen dem Unternehmen überlasse, könne sogar bis zu 500 Euro jährlich sparen.

Dafür müssen sich die Kunden auf mehrere Anbieterwechsel pro Jahr einstellen. Lästiger Papierkram allerdings soll entfallen. Das Erstellen einer Vergleichsrechnung und die Kündigung des bestehenden Liefervertrags übernehme der Energies Club, heißt es. „ Unsere Clubmitglieder erhalten lediglich eine Mitteilung und haben zwei Wochen Einspruchsfrist“, erklärt Projektentwickler Oliver Rose die Geschäftsidee des Energiespardienstleisters.

„Einige tausend“ Privatkunden in Deutschland hat das Unternehmen nach Angaben von Rose bereits für seinen Club gewinnen können – vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie im Raum Frankfurt am Main. In einer breit angelegten Marketing-Offensive soll nun auch der Rest der Republik erobert werden. „Unser Ziel sind rund eine Million Kunden und ein Umsatz von etwa einer Milliarde Euro bis Ende 2012“, kündigt Projektentwickler Rose an. Vor allem Kunden, die nie oder nur selten den Anbieter wechselten, hätten in der Regel ein hohes Einsparpotenzial. „Große Energiekonzerne haben kein Interesse daran, ihren langjährigen Kunden günstigere Tarife anzubieten“, meint Oliver Rose.

Hinter Kofler Energies steckt der frühere Geschäftsführer und spätere Vorstandsvorsitzende des privaten Fernsehsenders ProSieben, Georg Kofler. Ebenfalls im Vorstand sitzt Peter Vest, zuletzt Sprecher der Geschäftsführung bei Yello- Strom, dem Billig-Stromanbieter des Energiekonzerns EnBW. Vor rund zwei Jahren ging Kofler mit seinem neuen Dienstleistungsunternehmen an den Start, umwarb zuerst Gewerbekunden mit dem Versprechen, die Energiekosten um mindestens zehn Prozent zu reduzieren. Das Geschäftsjahr 2009 schloss Kofler Energies nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 93 Millionen Euro und einem Rohergebnis von 5,6 Millionen Euro ab. 2010 wird ein Umsatz von insgesamt 120 Millionen Euro erwartet.

Das Privatkundengeschäft, das über den Club abgewickelt werden soll, startete Anfang Oktober. Der Jahresbeitrag für die Clubmitgliedschaft beträgt 75 Euro, die Vertragslaufzeit endet nach zwei Jahren. Inklusive sind dafür unter anderem eine Einsparanalyse auf Grundlage der vom Kunden zur Verfügung gestellten Daten, wie Art der Heizanlage, Jahresverbrauch und genutzte Wohnfläche, der vorgeschriebene Gebäudeenergieausweis, ein Heizcheck sowie eine zehnminütige telefonische Energieeffizienzberatung pro Jahr. Andere Leistungen können die Clubmitglieder dazukaufen, wie eine umfangreiche Vor-Ort-Beratung samt einem bis zu 70 Seiten starken Gutachten. „Wir arbeiten bundesweit mit rund 100 Ingenieuren zusammen“, berichtet Oliver Rose. Für den Besuch daheim sind knapp 700 Euro fällig.

Ob Koflers Rechnung aufgeht, zeigt sich spätestens Ende des kommenden Jahres, wenn die ersten Abrechnungen in den Briefkästen der Clubmitglieder eintrudeln. „Wir schaffen das“, gibt sich Rose optimistisch. Anhand des sogenannten Effizienzchecks würden die Tarife der Clubmitglieder regelmäßig überprüft, versichert er. Zudem setze das Unternehmen auf eine „sehr schlanke“ Verwaltungsstruktur, Filialen oder Kundenzentren seien deshalb nicht vorgesehen. „Alles wird zentral gesteuert“, sagt Rosen. Matthias Matern

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