Wirtschaft : Ein Dollar-Kurs von 1,55 DM ist kein Problem

TAGESSPIEGEL: Warum ist der Dollar so schwach?

PFISTER: Aktuell spielt eine Rolle, daß die Krise in den Volkswirtschaften in Asien auf Lateinamerika übergesprungen ist.Damit haben sich Hoffnungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank ergeben.Kurzfristig machen sich auch die Probleme des Präsidenten wegen der Lewinsky-Affäre bemerkbar.

TAGESSPIEGEL: Normalerweise ist der Dollar in unruhigen Zeiten ein "sicherer Hafen".Warum ist das jetzt anders?

PFISTER: Bis Mitte des Jahres haben die Anleger auf den Dollar gesetzt.Da hatten wir einen Dollar-Kurs um die 1,80 DM.Aber durch die Abschwächung der US-Konjunktur und die schlechteren Aussichten für die US-Leistungsbilanz - eine Folge der Lateinamerika-Krise - bietet Amerika keine günstigen Perspektiven mehr für den US-Kapitalmarkt.

TAGESSPIEGEL: Welche Folgen hat die Dollar-Schwäche für die deutsche Wirtschaft?

PFISTER: Am ehesten wird der Aktienmarkt tangiert.Die Wachstumserwartungen werden sich kaum abschwächen.Wenn es allerdings mit dem Dollar weiter abwärts geht, müßten wir auch mit leichten Korrekturen bei der Wachstumserwartung rechnen.

TAGESSPIEGEL: Aber die Importe werden billiger ...

PFISTER: Ja.Öl und andere für uns wichtige Rohstoffe können preiswerter eingekauft werden können.Insofern ist der Nettoeffekt der Dollarschwäche auf die deutsche und europäische Wirtschaft sehr klein.Insgesamt ist ein Dollar-Kurs von 1,55 bis 1,60 DM für die Unternehmen kein Problem.

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