Wirtschaft : Ein Ende des Kartellverfahrens ist nicht in Sicht

Kurt Sagatz

Für Bill Gates kann es nur ein schlechter Scherz sein, dass sein Microsoft-Imperium zerschlagen werden könnte, während sich im gleichen Land Mega-Konzerne wie AOL Time Warner bilden. Zur Erinnerung: Hauptgrund für die Eröffnung des Kartellverfahrens war die Befürchtung der US-Wettbewerbshüter, dass der bei Betriebssystemen dominierende Anbieter den aufstrebenden Internet-Markt in kurzer Zeit beherrschen könnte. Anlass zu dieser Sorge bot vor allem der harte Kampf gegen das Software-Unternehmen Netscape, bei dem - wie im Verlaufe des Verfahrens bekannt wurde - nahezu alle legalen und illegalen Mittel eingesetzt wurden. Nach Presseberichten geht es inzwischen nur noch um die Frage, in wie viele Teile der Konzern zerlegt wird. Ob die Gerüchte über eine Beeinflussung des Gerichts hinausgehen, wird erst mit dem für Ende Februar oder Anfang März erwarteten Urteil bekannt werden. Doch selbst, wenn Gates schlimmste Befürchtungen einträten, stünde Microsoft der Gang ans Oberste Gericht offen. Ob Windows bis zum Ende dieses Verfahrens noch die Bedeutung hat, weiß derzeit niemand.

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