Wirtschaft : Ein Fall für den Detektiv

23.01.2011 01:00 Uhr
Spionieren kann man lernen. Die Ausbildung dauert zehn bis 22 Monate.Foto: dpa Foto: dpa-tmn
Spionieren kann man lernen. Die Ausbildung dauert zehn bis 22 Monate.Foto: dpa - Foto: dpa-tmn

Private Ermittler werden oft von Firmen engagiert

Alexander Schrumpf hat sich auf Wirtschaft spezialisiert. Der Detektiv aus Wiesbaden ermittelt unter anderem für Firmen. Die interessiert etwa, ob ein vermeintlich zahlungsunfähiger Kunde ein Segelboot am Meer hat. Oder es geht um das Enttarnen eines Vertreters, der für konkurrierende Firmen reist – ohne dass diese voneinander wissen. Und auch wenn Immobilien überteuert vertrieben werden, kann ein Privatermittler nützlich sein. Detektive könnten helfen, Millionen Euro zu sparen, sagt Schrumpf. „Wir können aber nicht durch Wände sehen.“

Laut dem Bundesverband Deutscher Detektive in Meckenheim bei Bonn kommt jeder zweite Auftrag aus der Wirtschaft.

Von Privatpersonen kommt rund ein Viertel der Arbeit. Ehe- und Familienangelegenheiten stehen auf Platz eins.

   Detektive beobachten, lesen, analysieren und vergleichen. Gute Sprachkenntnisse sind wichtig. Ein Ermittler muss etwas suchen und finden.

Andreas Heim sorgt dafür, dass Detektive ihr Metier beherrschen. Er ist Geschäftsführer der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe. „In den Kursen geht es vor allem um Recht und Berufskunde, also Kriminalistik, Technik, Psychologie“, erklärt Heim. Die Ausbildung dauert zwischen 10 und 22 Monaten und kostet 3500 Euro.

Daneben gibt es zertifizierte Lehrgänge von den Industrie- und Handelskammern sowie privaten Bildungsträgern. Laut Bundesagentur für Arbeit bereiten die Kurse auf verschiedene Bereiche vor – etwa auf die Arbeit als Privat- oder Kaufhausdetektiv, als Personenschützer oder als Sicherheitsfachkraft.

Wenigen Berufsanfängern gelingt der Schritt in die Selbstständigkeit, noch weniger sind fest angestellt.

   Einen guten Detektiv erkennt man nicht gleich. Da es kein geschützter Beruf ist, kann sich jeder Privatdetektiv nennen. Um ein entsprechendes Gewerbe anzumelden, braucht man nur ein Führungszeugnis. Ob eine Detektei seriös ist, zeigt sich am besten bei einem Besuch. Gerhard Weitschal vom Deutschen Detektivverband (DDV) warnt vor Büros mit greller Werbung und rät, nach der Mitgliedschaft in einem Berufsverband zu fragen.

   Zwischen 50 und 70 Detekteien arbeiten bundesweit. Die Honorare für die Detektivstunde schwanken zwischen 40 und 120 Euro. Drei Berufsverbände vertreten die Branche. dpa

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