Wirtschaft : Ein Flugsimulator für alle Air Berlin und Lufthansa kooperieren in Berlin

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Berlin - Die Lufthansa hat in Schönefeld ihren 13. Full-Flight-Flugsimulator in Betrieb genommen. Mit diesen zwölf bis 15 Millionen Euro teuren Geräten können Piloten alle Flugsituationen mit dem jeweiligen Flugzeugtyp realistisch am Boden üben. Dabei gleichen die Simulatoren bis ins kleinste Detail des Innenraums dem Originalcockpit. Hydraulische Füße sorgen für realistische Flugbewegungen und ein spezielles Sichtsystem versetzt die Piloten in die originalgetreue Umgebung. Per Touchscreen kann der Instrukteur für ein Gewitter ebenso wie für einen Triebwerksausfall beim Landeanflug auf einen beliebig wählbaren Flughafen sorgen. Bei einem „Flugstundenpreis“ von 270 bis 600 Euro lässt sich so nicht nur sicherer, sondern auch billiger trainieren als bei einem echten Flug in der Luft.

Hauptkunde für den neuen Simulator, der von CAE in Kanada gebaut wurde und einen Airbus A330-Großraumjet darstellt, ist die Air Berlin. Im Flugverkehr erbitterte Konkurrenten, bekräftigten Vertreter beider Airlines am Donnerstag die gute Zusammenarbeit bei der Pilotenausbildung. In Schönefeld schult Air Berlin bereits auch die Crews des Airbus A320 und der Boeing 737. Lufthansa hatte das Ausbildungszentrum, durch dessen Mitte die Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg verläuft, 1990 von der DDR-Fluglinie Interflug übernommen und seitdem beständig ausgebaut. Es ist heute der zweitgrößte Simulatorenstandort des Konzerns. „Wir glauben an Berlin und Brandenburg und werden hier weiter investieren“, sagte Geschäftsführer Rubin Siddique. Die Simulatoren laufen mit einer 99-prozentigen Zuverlässigkeit an 360 Tagen im Jahr rund um die Uhr. Immer zwei Piloten und ein Instrukteur absolvieren dabei jeweils vierstündige Trainingseinheiten.

Insgesamt absolvieren hier Piloten von 103 Fluggesellschaften aus aller Welt ihr dreiwöchiges Grund- oder zweitägiges Auffrischungstraining für den jeweiligen Flugzeugtyp. Sie wohnen in Hotels, speisen in Restaurants und nutzen Taxis oder Shuttledienste der Umgebung. Allein für seine beiden Häuser in Köpenick und Teltow bedeutet das jährlich mehrere tausend Übernachtungen, meinte Thomas Betz, Regional General Manager von Pentahotels. „Die Region hat eine Menge davon“, betonte denn auch Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Henning Heidemanns anlässlich der Inbetriebnahme des neuen Geräts. Rainer W. During

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